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Karl Polacek – Ein Nachruf

Zehn Tage ist es nun her, dass unser Freund und Kamerad Karl Polacek zur großen Armee abberufen wurde. Am 6. März hatte sein großes, stets für Deutschland streitendes Herz für immer aufgehört zu schlagen. Mit diesem Nachruf möchte ich mich von Karl verabschieden, der mir seit unserem ersten persönlichen Kennenlernen vor neun Jahren ein teurer Freund geworden war und mir stets mit Rat und Tat zur Seite stand.

Kindheit und Jugend

Geboren wurde Karl Polacek im Jahre 1934 in Wien, wo er bis zum April 1945 lebte und aufwuchs. Gemeinsam mit seiner Mutter, von welcher er stets mit großer Verehrung sprach, flüchtete der junge Karl wie viele seiner Landsleute vor der anrückenden Roten Armee. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Wiesenlager erreichten Karl und seine Mutter den Ort Freistadt unweit von Linz, wo sie Unterschlupf in einem alten Klostergebäude fanden. Nach etwa zwei Monaten kehrten sie in das zum Teil schwer zerstörte Wien zurück. Über diese Zeit schreibt Karl in Andreas Mölzers (Hrsg.) 2006 erschienenem Buch „Als wir ‚befreit’ wurden…“:

„… Die Soldaten machten sich fertig zum Abmarsch. Sie wollten sich nach Westen absetzen. Da tauchte ein Offizier auf und sagte, er wolle alle Mädchen und jungen Frauen mitnehmen. Man kann sie nicht den Sowjets in die Hände fallen lassen. Unsere Hausfrau wollte sich nicht von ihrer Tochter trennen und sperrte diese mit ihrer Freundin in ein Zimmer, dessen Türe sie mit einem Schrank unsichtbar machte. Diese List gelang, wie sie uns später erzählte. Die Russen, die eindrangen, bekamen von ihr etwas zu essen und danach zogen sie ohne Ärger zu machen ab. Meine Mutter überlegte lange, aber im vorderen Haus war auch eine Familie mit mehreren Töchtern und deren Freundinnen, und die waren entschlossen zu flüchten. So quartierten wir uns in einem LKW ein, der als Schreibstube diente.

Dann ging es los nach dem Westen. Langsam ging es weiter, immer wieder musste gehalten werden. Die Fahrzeuge waren beladen mit Soldaten und vielen Flüchtlingen. Am ersten Abend hielten wir auf einer Lichtung und ein Soldat meldete, dass sich der Leutnant erschossen hätte. Am nächsten Tag konnte ich noch sein Grab sehen, wo man Blumen darauf gelegt hatte und noch ein paar Kameraden herum standen.

Endlich erreichten wir Freistadt. Einige Kilometer vor der Stadt wurde auf einer großen Wiese das Lager aufgeschlagen. Weiter ging es nicht, da vorne auf der Bahnlinie stehen die Amerikaner. Den Umständen gar nicht angemessen, entspann sich ein fröhliches Lagerleben. Lagerfeuer brannten und es wurde gekocht und gewaschen. Ein Soldat schnitzte mir einen Speer, mit dem ich nach den Bäumen warf.

Es kam der 8. Mai 1945, die Sonne schien und es war ein geschäftiges Treiben auf der Wiese und die Rundfunkgeräte liefen. Plötzlich meldete der Sprecher, dass der Krieg zu Ende ist. Man nahm es gelassen zur Kenntnis. Bald tauchte der erste Amerikaner auf. Die Amerikaner standen am Bahndamm und ließen niemanden durch. Meine Mutter ging mit mir zu der Unterführung, aber es stand ein amerikanischer Panzer darin. In einem kleinen Haus daneben saßen amerikanische Offiziere. Meine Mutter erhielt einen abschlägigen Bescheid. Sie hätten Befehl, niemanden durchzulassen. Die Soldaten erhielten nach einigen Tagen Bescheid, wieder zu packen. Ein Offizier hielt eine Rede, wo er alle aufforderte, die Wiese ordentlich zurück zu lassen. Tatsächlich lag danach kein Müll herum, nur das Gras war zertreten und die Feuerstellen waren noch sichtbar.

Mit unserem Gepäck nahmen wir Aufstellung auf der Straße nach Freistadt, dorthin sollten sich alle Flüchtlinge begeben. Ab und zu marschierte eine Kolonne vorbei und manche hatten kleine Fahrzeuge mit. Die Soldaten schienen niedergeschlagen, aber nahmen ab und zu einige der Flüchtlinge mit, indem sie das Gepäck aufluden. Nur wir bekamen keine Gelegenheit, wir hatten einen großen viereckigen Korb und mehrere Koffer, das war eindeutig zu viel. Es wurde bereits dunkel und unheimliche Gestalten mit fremden Gesichtern tauchten auf. Kurz entschlossen nahm meine Mutter, was wir tragen konnten und wollten und machten uns auf den Weg. Kaum waren wir einige Schritte weg, da tauchten schon die Plünderer auf und machten sich an unserem Korb zu schaffen. Plötzlich stand ein großer schlanker deutscher Offizier da und brüllte, was da vorgehe.

Die Plünderer verdrückten sich sofort und meine Mutter sagte, dass uns niemand mitnehmen wollte, wir waren die letzten. Eben war eine Kolonne mit Ponys und kleinen Karren vorbei gekommen. Der Offizier rief ihnen nach und sie hielten an. Ein paar Soldaten sprangen herbei, packten unsere Habe und luden sie auf die bereits überladenen zweirädrigen Karren. Meine Mutter und ich waren glücklich und sie holte aus ihrer großen Tasche runde Schokoladenschachteln, die wir von den Soldaten bekommen hatten und teilte diese aus an die, die uns geholfen hatten. So kamen wir nach Freistadt. …“ [1]

Später zog es den bis ins hohe Alter mit einem schier unersättlichen Wissensdurst beseelten Karl Polacek in die Ferne. Als Seemann und später Offizier auf allen Weltmeeren lernte er ungezählte Länder, Völker und Rassen dieser Erde kennen. Abenteuer, von denen er bei jedem unserer Treffen mit großer Begeisterung immer wieder erzählte.

Politisches Wirken und Verfolgung

Anfang der 1980er Jahre ließ Karl sich im niedersächsischen Mackenrode, einer damals 300-Seelen Gemeinde im Göttinger Einzugsgebiet, nieder. Anfangs in der NPD aktiv, verließ er diese 1985 und gründete einen Kreisverband der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) welche 10 Jahre später, 1995, verboten werden sollte. Innerhalb der Partei bekleidete Karl Polacek unter anderem das Amt des Schatzmeisters und war FAP-Bezirkvorsitzender und Landesvorsitzender Niedersachsen. Sein Haus, nach kurzer Zeit eines von mehreren bundesweiten FAP-Zentren, war schnell ein Dorn im Auge demokratischer Politiker und der bis heute extrem gewaltbereiten autonomen Szene in Göttingen. Das aufgrund der notwendigen Schutzmaßnahmen wie Stacheldraht und Wachhunden zur „Festung der Rechtsextremen“ hochstilisierte Grundstück wurde, wie auch Karl selbst, immer wieder zum Ziel gewalttätiger Angriffe. Einer dieser brutalen Überfälle, bei denen Angehörige des autonomen „Kommando Otto und Lotte Rotholz“ Karls Haus in Brand stecken wollten, ist dokumentiert im stenographischen Bericht der 3. Sitzung des Niedersächsischen Landtages vom 13. Mai 1998:

„Am 26. Oktober 1991 kam es vor dem Wohnobjekt des bekannten Rechtsextremisten Karl Polacek, der dort anläßlich des österreichischen Nationalfeiertages mit rund 25 Teilnehmern der FAP ein Treffen abhielt, in Mackenrode zu einer 30minütigen offenen Straßenschlacht zwischen 50 vermummten Autonomen und Anhängern der FAP. Im Verlaufe der Auseinandersetzungen warfen Autonome Molotowcocktails auf das Dach des Holzhauses von Karl Polacek und versuchten, die vor dem Objekt geparkten Kraftfahrzeuge der rechtsextremistischen Versammlungsteilnehmer anzuzünden. Die FAP-Anhänger wurden mit Zwillen beschossen. Als Geschosse dienten u. a. Stahlmuttern und Stahlkugeln. Ein FAP-Anhänger erlitt dabei eine Schädelfraktur unterhalb des linken Auges. Die Angehörigen der rechtsextremistischen Szene sagten später aus, einem fest gefügten „schwarzen Block“ gegenübergestanden zu haben. Die in der ersten Reihe des „schwarzen Blocks“ befindlichen Personen hätten mittels Zwillen Stahlmuttern verschossen. Die Aktivitäten seien durch zwei abgesetzt stehende Personen koordiniert worden.

Im Anschluß zogen sich die Linksextremisten zu ihren Fahrzeugen zurück und fuhren in Kolonne nach Göttingen. Eine von der Polizei eingerichtete Straßensperre wurde von den meisten Fahrzeugen trotz eindeutiger Haltezeichen der Polizeibeamten umfahren. Ein Beamter mußte sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen, um nicht überfahren zu werden.

Am 27. Oktober 1991 ging bei den örtlichen Medien ein Selbstbezichtigungsschreiben ein, in dem „Autonome Antifaschisten und Antifaschistinnen“ die Verantwortung für diese Ereignisse in Mackenrode übernahmen.“ [2]

Kurz zuvor hatte Niedersachsens damaliger Innenminister Gerhard Glogowski Karls Ausweisung aus der BRD erwirkt. Er wurde daraufhin durch die Ausländerbehörde des Landkreises Göttingen aufgefordert, das Land binnen eines Monats zu verlassen. Gegen die Ausweisung legte Karl juristische Mittel ein. Obwohl die Gerichte noch nicht über den Fall entschieden hatten, verhafteten Polizisten Karl Polacek im Januar 1992 auf Anweisung des Innenministers Glogowski – der die Ausweisung mittlerweile zur „Chefsache“ erklärt hatte – und brachten ihn über die Grenze.

„Ein unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten nicht unumstrittenes Verfahren“ [3],

beschrieb dereinst selbst der Zeit-Redakteur Heinrich Thies diesen Vorgang, den Glogowski schon 1991 mit dem zynischen Ausspruch kommentierte:

„Wir hatten schon mal einen Österreicher zuviel“. [4]

In Österreich fand Karl zunächst Unterkunft beim ehemaligen Landessprecher der 1988 behördlich aufgelösten Nationaldemokratischen Partei (NDP), Friedrich „Fritz“ Rebhandl. Bis 1938 Mitglied in der bis dahin in Österreich verbotenen Hitlerjugend und Freiwilliger der Division „Das Reich“ der Waffen-SS fungierte Rebhandl auch als Leiter der 1982 gegründeten Gruppierung Volkstreue Soziale Ordnung (VSO). Er verstarb im August 2006. Karl ließ sich im Raum Salzburg nieder und entfaltete alsbald wieder eine rege Aktivität. So dürfte vor allen den älteren Jahrgängen der „Braunauer Ausguck“, ein von Karl herausgegebenes Rundschreiben an seine Kameradinnen und Kameraden zur See und an Land in aller Welt noch in lebhafter Erinnerung sein.

Doch schon früh hatten auch die Behörden in Österreich Karl ins Visier genommen. So übermittelte bereits im Dezember 1992 die Sicherheitsdirektion Oberösterreich einen Bericht über den „Neonazi Karl Polacek“ an die Staatsanwaltschaft in Ried. Im Januar 1994 beantragte diese beim Untersuchungsrichter die Einleitung einer Voruntersuchung wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung nach § 3 g, später noch § 3 h, des Verbotsgesetzes. Weitere vier Jahre später, im August 1998, wurde bekannt, dass Karl sich im folgenden Jahr vor einem Geschworenengericht verantworten müsse. Für die über Jahre andauernden Ermittlungen erntete der zuständige Staatsanwalt Heinrich Steinsky die Häme linker Politiker und Medien. Bewusst soll Steinsky, damals Mitglied der schlagenden Verbindung „Suevia“ in Innsbruck, die Ermittlungen nicht nur im „Fall Polacek“, sondern auch in ähnlichen Prozessen in die Länge gezogen haben.

Der gegen ihn 1999 verhängten Freiheitsstrafe wich der Freigeist Karl Polacek aus und ging ins Ausland. Gesucht mit internationalem Haftbefehl wurde er 2001 in Griechenland in Gewahrsam genommen und saß einige Monate in Haft, bis über seine Auslieferung entschieden wurde – er durfte bleiben. Schnell fand Karl auch in seinem griechischen Exil Anschluss und lernte neue Kameraden und Freunde kennen. Aktiv beteiligte er sich an den Aktivitäten der Goldenen Morgenröte, wovon eine Ehren-Urkunde der Organisation zeugte, die immer im Eingang seines kleinen Häuschens hing. Bis zuletzt besuchte er verschiedene Protest- und Gedenkveranstaltungen der Goldenen Morgenröte, sowie unterschiedlicher nationaler Gruppen und Parteien im ganzen Land. Beispielhaft dafür sollen hier nur der traditionelle Imia-Marsch in Athen oder das Gedenken an die Schlacht bei den Thermopylen Erwähnung finden.

Am 06.05.2007 trat Karl wieder der NPD bei. Gleichzeitig plädierte er in seinem zuvor verfassten Aufruf mit Datum vom 08.04.2007 für einen Eintritt möglichst vieler junger Kameraden in die Partei, wobei er jedoch gleichzeitig feststellte:

„… Wir sind uns natürlich im Klaren, wir kämpfen nicht für Parteien und Vereine, nicht für irgendwelche Madatare, sondern wir kämpfen für Deutschland, und da ist kein Opfer zu hoch … … Wie kann es kommen, daß ein Volk, das auf der ganzen Welt als fleißig, sparsam und erfinderisch bekannt ist, bis über die Ohren verschuldet ist? Warum läßt das Volk zu, daß deutsche Soldaten in alle Welt verschickt und früher oder später verheizt werden? Das Geld dafür wird vom internationalen Kapital geborgt, um dessen Interessen durchzuboxen! – Mit diesem Irrsinn muß Schluß gemacht werden, und jeder junge Deutsche ist verpflichtet, in diesen Kampf zu gehen, denn es geht um die Zukunft Deutschlands und damit um die Zukunft aller junger Deutschen und deren Nachkommen! …“ [5]

In diesem Sinne hatte also auch Karl sich entschlossen, nach seinem Austritt im Jahre 1985 der NPD wieder beizutreten, welcher er bis zu seinem Tod als Mitglied im Kreisverband Eichsfeld, unter Führung seines engsten Freundes Thorsten Heise, angehörte.

Persönliche Erlebnisse

Nach einiger Zeit des Briefkontaktes reiste ich 2005 das erste Mal nach Griechenland, um Karl Polacek persönlich kennen zu lernen. Ohne zu wissen was mich erwartete, machte ich mich auf die Reise und erreichte das Land über einen kleinen Militärflughafen am nordwestlichen Zipfel der Halbinsel Peloponnes. Hier lernte ich einen Mann mit Persönlichkeit und Charakter kennen, der – das kann ich rückblickend ohne Übertreibung sagen – wohl einzigartig war. Vom ersten Augenblick nahm er mich in seinem kleinen Häuschen auf, als würden wir uns schon jahrelang kennen. Hier begrüßte er also Gäste, Kameraden und Freunde aus aller Welt und von hier aus hielt er Kontakt zu ungezählten Menschen in aller Welt. Nicht nur zu persönlichen Freunden und einfachen Kameraden wie mir, sondern auch zu bekannten Persönlichkeiten wie dem zuletzt in Südafrika lebenden Jagdflieger, dem Hauptmann Dr. Heinz-Georg Migeod, dessen Lebenserinnerungen der Autor Andreas Biere in seinem 2011 erschienenen Buch „So war es…“ [6] festhielt.

Karl war ein positiv verrückter Typ, bis ins hohe Alter hinein. Nicht nur, dass er die ganze Flut meiner Fragen über seine Jugend und spätere Kampfzeit bei der FAP mit Geduld anhörte und beantwortete, brachte er mir auch Land, Leute und Kultur näher. So fuhren wir mit seiner „Maschine“, einem kleinen Moped, ca. 100 km die Westküste ab, von der kleinen Stadt Amaliada bis über den Golf von Patras bis nach Nafpaktos, einer westgriechischen Hafenstadt am Eingang zum Golf von Korinth, wo die venezianisch-spanische Flotte unter Don Juan de Austria bei der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 die dort stationierte Flotte der Osmanen besiegte. Auch bei unseren späteren Treffen gehörte ein ausgedehntes Kulturprogramm immer zu Karls Planungen. Ob Olympia, Tripolis, Sparta – Museen, antike Stätten, historische Orte – die Geschichte wurde lebendig und entsponn sich vor dem geistigen Auge, wenn Karl mit seinem unheimlich großen Wissensschatz die Dinge in seiner unvergleichlichen Art erläuterte. Auch wenn er sich angesichts seines Alters und seiner Lebensleistung ein wenig Müßiggang redlich verdient hatte, Faulenzerei war für Karl stets ein Graus.

Karl war immer ein stolzer Charakter. Stets hilfsbereit, dachte er ständig an das Wohl seiner Freunde und Kameraden und als letztes erst an sich. Als ich ihm vor ein paar Jahren noch einen Gehstock aus der Stadt mitbrachte, weil er Probleme mit dem Bein hatte, ließ er sich erst dazu überreden als ich meinte, er könne den Stock ja auch als Passivbewaffnung gegen schnorrende Sinti und Roma verwenden, welche man in Griechenland oft antrifft. Auch sonst war Karl immer für einen Spaß zu haben. In unauslöschlicher Erinnerung bleiben die Ausflüge und langen Abende mit den vielen Gesprächen und Erzählungen. Zuletzt trafen wir uns vor vier Jahren, ein letztes Wiedersehen war uns nicht mehr vergönnt.

„…endlich verreckt!“

Noch über seinen Tod hinaus wird Karl Polacek von den menschenverachtenden Ideologen der kriminellen Linken bespuckt. So geifert die Autonome Antifa Freiburg ganz im Stil des Rotfrontkämpferbundes der frühren 1930er Jahre unter den Titel „Mit tiefer Genugtuung“:

„Der ehemalige niedersächsische FAP-Landesvorsitzende und „Anti-Antifa“-Aktivist Karl Polacek ist tot. Das von Polacek betriebene Nazi-Schulungszentrum in Mackenrode war ab Anfang der 1980er Jahre das Zentrum der Naziszene in Südniedersachsen. Der skandalöse Prozess gegen Göttinger Antifas, die gegen das Nazizentrum demonstrierten, endete mit einem Freispruch. Zu Polaceks Zöglingen gehörte Thorsten Heise. Polacek wurde 1992 nach Österreich abgeschoben und dort 1998 wegen Wiederbetätigung verurteilt. Der Nazi floh daraufhin und wurde im Dezember 2001 in Griechenland verhaftet, wo er nach Absitzen einer zweijährigen Haftstrafe weiterhin lebte. Am 6. März ist das Nazischwein endlich verreckt.“ [7]

Doch auch wenn so manchem von uns angesichts solch geistiger Niedertracht die Worte fehlen – Karl hätte sicherlich ohne große Mühe eine passende Antwort parat gehabt.

Wir aber, lieber Karl, wollen Dich so in Erinnerung behalten wie wir Dich kennen lernen durften. Als aufrechten Kämpfer, als stets wachen und aufgeschlossenen Freigeist, als einen der besten. Deinem leuchtenden Beispiel wollen wir folgen und unseren Kampf in Deinem Sinne weiter gestalten. All jenen, denen es nicht vergönnt war Dich kennen zu lernen wollen wir damit ein Beispiel geben von Deiner menschlichen Größe, Deiner Beharrlichkeit und Deinem Opfermut.

Karl Polacek –
verfolgt, enteignet, inhaftiert und dennoch aufrecht und ungebrochen bis zum Letzten.

Karl Polacek –
für immer in unseren Herzen!

Maik Müller
Dresden, den 16.03.2014

[1]: „Als wir ‚befreit’ wurden…“, Wien 2006, W3 Verlagsgesellschaft m.b.H., ISBN 3-900052-07-7, ab Seite 387

[2]: Stenographischer Bericht der 3. Sitzung des Niedersächsischen Landtages vom 13. Mai 1998, ausgegeben am 03.06.1998, Seite 34

[3]: http://www.zeit.de/1992/06/gastrecht-verwirkt

[4]: http://www.zeit.de/1991/43/aus-fuer-polacek

[5]: „!!! AUFRUF!!!“, Karl Polacek, 08.04.2007

[6]: „So war es…“, Riesa 2011, Nation & Wissen Verlag, ISBN 978-3-9814347-1-2

[7]: https://autonome-antifa.org/?breve4902

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Chemnitz am 5. März – Erinnerung verpflichtet!

Zwischen 300 und 350 aufrechte Männer und Frauen fanden sich am 5. März, dem 69. Jahrestag der Zerstörung der sächsischen Stadt Chemnitz, zum ehrenhaften Gedenken ein. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, sowie ein so genanntes Bündnis Chemnitz Nazifrei riefen unterdessen zu politischem Missbrauch der Bombenopfer und kriminellen Blockaden auf. Bereits am Vortag prägte ein massives Polizeiaufgebot den Chemnitzer Stadtteil Kappel. Lastkraftwagen mit Absperrgittern, Einsatzwagen und sonstige Gerätschaften der Polizei sorgten für einen martialischen Anblick.

Der Marsch beginnt

Ab 18.00 Uhr sammelten sich die Teilnehmer auf dem Goetheplatz am Kapellenberg, wo eine Stunde später die Auftaktkundgebung begann. Der 1940 in Stockholm geborgene Per Lennart Aae richtete hier seine Worte an die Anwesenden. Im Fokus seiner Rede stand besonders der Aspekt der juristischen Auseinandersetzung mit den kriminellen „Protesten“ gegen Veranstaltungen des deutschen Widerstandes, welcher oft in Form vom rechtwidrigen Blockaden und gewalttätigen Ausschreitungen seinen Ausdruck findet. Im Anschluss wurde Aufstellung genommen und die Fackeln entzündet.

Über die Stollberger Straße bewegte sich der Fackelzug nun durch die Stadt. Fahnen und Kranzträger führten den Aufzug an, welcher von klassischer Musik, aber auch Zeitzeugenbeiträgen über den Lautsprecherwagen begleitet wurde. Am Straßenrand verfolgten neben den üblichen verhetzten Schreihälsen, welche mit elektronischer Musik und Sprechgesang die Chemnitzer Luftkriegstoten verhöhnten, etliche interessierte Bürger das Geschehen. Sie konnten sich an diesem 5. März, gänzlich abseits der Medien, ein eigenes Bild darüber formen, wer in Wahrheit die Toten unseres Volkes missbraucht und auf welcher Seite ein wahrhaftes Gedenken abgehalten wird.

Nach gut einem Kilometer bog der Marsch in die Irkustsker Straße ab, wo auf einer Kreuzung zur Zwischenkundgebung Aufstellung genommne wurde. Der parteilose Stadtrat aus Radeberg, Simon Richter, welcher zugleich auch Vertreter des Dresdner Aktionsbündnis gegen das Vergessen ist, sprach hier zu den Hintergründen und Stippenziehern des alliierten Luftterrors von damals bis heute.

Kinder als Schutzschild

Unterdessen hatte sich, trotz großräumiger Absperrungen und wie gewohnt unter den Augen der Polizei, in etwa 500 Metern Entfernung eine Blockade von etwa 400 Personen auf der Lützowstraße bilden können. Die Einsatzleitung der Polizei, hier vertreten durch einen Polizeioberrat, eröffnete der Versammlungsleitung nun, dass man diese Blockade zwar räumen könne, dies aber zu lange dauern würde. Weiterhin käme eine Räumung aus seiner Sicht nicht in Betracht, da sich neben als gewalttätig einzustufenden Personen auch Kinder in der Blockade befinden würden. Eine vorgeschlagene Umgehung der Blockade wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Einsatzkräfte darauf nicht vorbereitet wären und dies nicht die angemeldete Strecke sei. Man könne, so der Polizeioberrat weiter, die Versammlung entweder vor Ort auflösen, oder aber die bereits zurückgelegte Strecke zurückmarschieren. Auf die Nachfrage nach dem höher geordneten Einsatzleiter wurde nur noch auf den sächsischen Polizeipräsidenten verwiesen. Ein Fakt, welcher erneut deutlich aufzeigt, welche politischen Entscheidungen hier die Versammlungsfreiheit erneut aushebelten.

Kein Wunder also, dass Matthias Jobke, Sprecher des Bündnis Chemnitz Nazifrei, sich diesen, lediglich durch die Handlungsweise der Polizei zustande gekommenen, vermeintlichen „Erfolg“, selbst zuschanzen will. Seine erbärmliche Geisteshaltung jedoch offenbart sich im gleichen Atemzuge wenn er in einer Bündnis-eigenen Pressemitteilung verlautbart: „Mit dem Täterspurenmahngang, der an die nationalsozialistischen Verbrechen in Chemnitz erinnert hat, haben wir deutlich gemacht, dass für uns nicht das Gedenken an die Bombardierung sondern das Erinnern an die Täterschaft des nationalsozialistischen Chemnitz im Mittelpunkt steht“. Dass in Chemnitz kriminelle Antifaschisten offensichtlich so schwach sind, dass sie und ihre Gesinnungsgenossen auch noch wehrlose Kinder, das wertvollste gut unseres Volkes, als Schutzschild für ihr kriminelles Handeln missbrauchen, ist nur ein weiterer Beleg für die menschenverachtende Propaganda der Deutschlandhasser.

Ehrenhaftes Gedenken

Dass in Chemnitz auch an diesem 5. März ein ehrenhaftes Gedenken an die zivilen Luftkriegsopfer unter dem alliierten Bombenhagel möglich war, ist nicht zuletzt der hervorragenden Vorbereitung und Organisation der IG Chemnitzer Stadtgeschichte zu verdanken, welche sich seit Jahren um das Erinnern der Bombardierung am 5. März 1945 verdient macht. Eine ganze Aktionswoche begleitete im Vorfeld den Trauermarsch und schuf so den passenden Rahmen für eine kritische Auseinandersetzung mit den Folgen einer von imperialistischen und wirtschaftlichen Interessen geleiteten Politik auf Seiten der so genannten „westlichen Wertegemeinschaft“.

Zurück am Goetheplatz wurde ein letztes Mal Aufstellung genommen und der Dresdner Aktivist Maik Müller sprach einige abschließende Worte. Müller, der sich ebenso wie Richter im Dresdner Aktionsbündnis engagiert, griff scharf das Handeln der Chemnitz Oberbürgermeisterin an. Das am 5. März ein so genannter „Friedenstag“ abgehalten werde, während die geistigen Führer der Demokratie bis heute versuchen die freien Völker dieser Welt zu unterjochen und der Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung dabei noch immer als offensichtlich probates Mittel eingesetzt wird, sei heuchlerisch und verlogen, so Müller. Gemeinsam wurden nun die Gefallenen der Heimatfront in die Reihen der Anwesenden zurückgerufen, bevor das diesjährige Gedenken in Chemnitz offiziell ausklang.

Polizeiwillkür überschattet Cottbuser Trauermarsch

Drei Tage nach dem Gedenkmarsch zu Ehren der Dresdner Luftkriegsopfer vom 13. Februar 1945, rief trotz nasskalten Wetters der Befehl des Gewissens bis zu 150 junge Deutsche, Männer und Frauen, zum Gedenken an den 69. Jahrestag des alliierten Bombenterrors über Cottbus.

Vom Treffpunkt am Spreewaldbahnhof aus, bog der Demonstrationszug in die Wilhelm-Külz-Straße ein. Schon während der hier von Ronny Zasowk, Stadtverordneter der NPD in Cottbus und Mitglied im Parteivorstand der NPD, gehaltenen Ansprache, wurde die Strategie der vor Ort eingesetzten Polizei deutlich. So richteten sich von Beginn an die Maßnahmen der Beamten lediglich gegen die friedlichen Teilnehmer des Trauermarsches anstatt gegen kriminelle Steinewerfer und Blockierer – ein Zustand, den man bereits aus Dresden, Bad Nenndorf und anderen Städten zur Genüge kennt. So gelang es den Störern auch, unter den Augen der Polizei, sich immer wieder zu neuen Blockaden zu sammeln.

Als der Demonstrationszug über die Friedrich-Engels-Straße zog und wenig später in die Kral-Liebknecht-Straße einbog, öffnete Augenzeugenberichten zufolge die Polizei eine Absperrung, woraufhin bis zu 200 Personen im Kreuzungsbereich Lausitzer-/Karl-Liebknecht-Straße eine weitere Blockade bilden konnten. Nahezu zeitgleich offerierte der leitende Beamte der Versammlungsleitung, dass es nun nur noch den Weg zurück zum Spreewaldbahnhof gäbe. Auf Vorschläge der Versammlungsleitung, über zu diesem Zeitpunkt freie Straßenzüge den Demonstrationszug umzuleiten, wurde von Seiten der Polizeiführung nicht eingegangen.

So wurde an Ort und Stelle eine Zwischenkundgebung abgehalten, bei welcher sowohl der freie Aktivist Maik Müller aus Dresden, als auch der Landesvorsitzende der JN Sachsen, Paul Rzehaczek, ihre Worte an die Demonstrationsteilnehmer und Cottbuser Bürger richteten.

Als sich abzeichnete, dass ein weiteres Verharren in der Karl-Liebknecht-Straße entgegen den mehrfachen Lautsprecherdurchsagen der Polizei lediglich deren Einsatz von Gewalt gegen die friedlichen Teilnehmer der Versammlung bedeuten würde, begab man sich unter Protest zurück in Richtung des Ausgangspunktes. Bei diesem Rückmarsch kann es erneut zu schweren Straftaten, gegen welche die Polizei auch diesmal nicht einschritt. Ungehindert schleuderten kriminelle Gegendemonstranten Steine in den Demonstrationszug und nahmen damit schwere Verletzungen der Teilnehmer in Kauf. Abschließende Worte sprach Kamerad Klaus Beier, bevor die Veranstaltung offiziell beendet wurde.

Im Anschluss an die Versammlung kam es zu gewalttätigen Übergriffen krimineller Antifaschisten gegen Teilnehmer des Trauermarsches, wobei eine Flasche als Schlagwaffe zum Einsatz kam und ein Kamerad Kopfverletzungen erlitt.

Das war der 3. JN-Sachsentag

„Jugend braucht Perspektiven“, so lautete das Motto des 3.Sachsentages der Jungen Nationaldemokraten. Strahlender Sonnenschein und ein wunderbares Festgelände begrüßte die rund 500 Gäste aus dem In- und Ausland an diesem 5.Juni 2010. Eröffnet wurde die Veranstaltung gegen 14.30 Uhr, vom sächsischen JN-Vorsitzenden Tommy Naumann. Seiner Eröffnungsrede schloss sich der Auftritt der Rockgruppe „Last Pride“ an. Während die Künstler auf der Bühne für reichlich Kurzweil sorgten, fanden immer mehr Gäste den Weg zur Veranstaltung und so füllte sich das bereitgestellte, Schatten spendende Zelt, aber auch der Platz vor der Bühne, ausgestaltet mit vielen Transparenten, zunehmend mit Besuchern. Dem Auftritt von „Last Pride“ sollte nun der nächste Redebeitrag von Maik Scheffler, NPD-Sachsen, folgen, welcher jedoch durch einen anderen Kameraden übernommen wurde.

Als nächster Punkt im Tagesprogramm stand nun der Auftritt der Band „Barbaren“. Sie spielten einige Titel ihres Debüt Albums und wussten die vorwiegend jungen Teilnehmer zu begeistern. Doch nicht nur vor der Bühne, sondern auch auf der anderen Seite des Geländes, an den Informationsständen von Jungen Nationaldemokraten, parteifreien Aktivisten und verschiedenen Projekten und Initiativen herrschte den ganzen Tag über reges Interesse an dem reichlichen Angebot an Informations- und Propagandamaterial. Die Sonne schien inzwischen immer heißer und der Wind, welcher stetig vom See heranwehte, brachte nur wenig Abkühlung. So wurde auch die gut organisierte Verpflegung mit Speis und Trank selbstverständlich reichlich in Anspruch genommen.

Nachdem auch die „Barbaren“ ihren Auftritt erfolgreich absolviert hatten, folgte als nächster Redebeitrag das Referat eines Vertreters der tschechischen Widerstandsbewegung. Dieser zog noch einmal kurze Bilanz über das Jahr 2009, welches in der heutigen Tschechei zweifellos das Jahr der Repressionen war. So wurden bei mehreren Razzien mehr als 40 Aktivistinnen und Aktivisten inhaftiert, von denen einige bis heute in den Kerkern des Systems sitzen. Die Anschuldigungen und Gründe für die Verhaftungen waren erschreckend banal: Verteilung von Aufklebern, Reservierung von Konzerthallen oder Bereitstellung von Unterkünften für ausländische Gäste. Weiter rief er zur weiteren Vertiefung der deutsch-tschechischen Freundschaft auf und betonte die Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes. Damit schloss der tschechische Redner seine Ausführungen, welche abschnittsweise ins Deutsche übersetzt wurden. Ihm schlossen sich die ebenfalls aus der heutigen Tschechei stammenden Künstler der Band „Conflict“ an.

Als nächster und letzter Redner des Tages folgte als Vertreter des parteifreien Widerstandes der Dresdner Aktivist Maik Müller. Dieser überbrachte zunächst Kampfesgrüße aus dem niedersächsichen Hildesheim, wo mit 700 Teilnehmern der Marsch zum Tag der deutschen Zukunft erfolgreich durchgeführt werden konnte. Weiter sprach Müller zum Thema der Veranstaltung und rief noch einmal dazu auf, das angesichts der bedrohten Existenz unseres Volkes, heute niemand länger mehr im Abseits stehen dürfe. Im Einzelnen das Ganze zu stärken, das sei das Gebot der Stunde, so Müller weiter. Jeder nach seinen Fähigkeiten und an seinem Platz. In den Schulen, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in den Aktionsgruppen, auf der Straße und auch im Parlament. Hier jedoch müssten einige noch aufwachen aus ihrem Traum von der Reformierbarkeit des Systems oder einer besseren, wahren Demokratie. Denn das man nicht in einer oft herbeigeredeten Scheindemokratie lebe, müsse endlich auch der Letzte erkennen. Noch einmal rief Müller dazu auf, auch die anwesenden Informationsstände zu besuchen, Kontakte zu knüpfen und die nächsten gemeinsamen Aktionen zu planen, damit endlich jeder seinen aktiven Beitrag leiste in unserem Abwehrkampf gegen System und Kapitalismus.

Den Ausführungen des letzten Redners an diesem Tag schlossen sich noch die Darbietungen der Bands „Brutal Attack“ und „Frontalkraft“ an. Die Rockband „Brutal Attack“ mit ihrem Frontmann Ken McLellan wurde bereits 1980 gegründet und war der musikalische Höhepunkt des diesjährigen 3.Sachsentages, der mit dem Auftritt der Künstler um die beliebte Band „Fontalkraft“ seinen Ausklang fand. So präsentierte sich die Veranstaltung, nach der Verhinderung durch die Demokraten im Jahr 2008, abermals gut organisiert und mit einem abwechslungsreichen Programm. Als einziger kritischer Punkt bleibt anzumerken, dass wenngleich derlei Festveranstaltungen ihrer Art nach naturgemäß eher als Ausgleich zum täglichen politischen Kampf begriffen werden, der politische Teil der Veranstaltung zukünftig noch ein wenig mehr in den Mittelpunkt gestellt werden sollte.

Weitere Berichte und Bilder rund um den 3. JN-Sachsentag hier.

Lebendige Jugendarbeit – gestern, heute und morgen

Sie unternehmen Wanderfahrten und organisieren Jugendtreffs. Sie gestalten Transparente, unterstützen gemeinsam Aktionen der nationalistischen Fundamentalopposition, schreiben Artikel und Berichte. Doch nicht nur die praktische Umsetzung eines beständigen Aktionismus, sondern auch die theoretische Planung, Vor- und Nachbereitung haben sie sich zur Aufgabe gemacht. So erstellen sie Schulungsmaterial für die Jüngsten in unseren Reihen, tragen in Diskussionsrunden zur politischen Meinungsbildung bei, verteilen Flugblätter und Zeitschriften und bilden einen festen Anlaufpunkt für diejenigen welche gewillt sind sich zielgerichtet an den Notwendigkeiten des Widerstandes aktiv einzubringen. Stets ausgerichtet an den persönlichen Fähigkeiten des Einzelnen.

In regelmäßigen Abständen kann man von den Aktivitäten des „Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten lesen. Grund genug, dieses Projekt parteifreier Kräfte im Nationalen Widerstand einmal etwas näher zu beleuchten.

Neben vielen anderen haben sich auch die parteifreien Aktivisten Simon Richter aus Radeberg und Maik Müller aus Dresden der Jugendarbeit verschrieben. Richter, der seit dem 7.Juni 2009 als parteiloser Stadtrat für die NPD im Radeberger Rathaus sitzt, sieht die Notwendigkeiten seines Engagements im Projekt „Arbeitskreis Jugend“ ganz klar.

„Den Heranwachsenden muss eine Alternative zum brd-Mainstream geboten werden. Eine staatliche Jugendarbeit gibt es kaum und diese erschöpft sich meist in linken und multikulturellen Projekten, wo selbstständiges Denken, Charakter- und Persönlichkeitsbildung nicht stattfinden können. Das Ergebnis dieser Politik ist das heute vielfach vorherrschende abgeflachte, eindimensionale Weltbild in unserer Jugend mit ich-bezogenem Denken und wurzellosen Charakteren, wie sie das kapitalistische System benötigt. Realistisch gesehen können wir diesen Fehlentwicklungen mit unseren beschränkten Möglichkeiten nicht so entgegentreten, wie es nötig wäre. Die zur Verfügung stehende Zeit ist zu gering. Außerdem ist ohne den Willen der jungen Menschen, auf alternative Perspektiven – politisch wie persönlich – hinzuarbeiten, eine dauerhafte Arbeit nicht möglich. Daher ergibt sich auch in unseren Reihen eine mehr oder weniger schwankende Fluktuation, viele kommen und gehen. Für einen Teil der Jugendlichen, die zu uns stoßen, sind wir daher auch eher „Durchlauferhitzer“; sie bekommen eine gewisse nationale Grundeinstellung und gehen dann wieder ihre eigenen Wege. Ob dies trotzdem einmal von Wert sein wird, muss die gesellschaftliche Entwicklung zeigen. Deswegen liegt der Fokus unserer Arbeit auf dem Teil der jungen Kameraden, die sich langfristig zu engagieren bereit sind. Mit ihnen gemeinsam entsteht die Basis für eine kontinuierliche politische Arbeit, bei der jeder nach seinen Fähigkeiten mitwirkt. Das ist zentraler Punkt unserer Arbeit mit und am jungen Menschen.“

Dass sich diese Arbeit zunehmend schwieriger gestaltet, daraus macht der freie Nationalist Maik Müller aus Dresden keinen Hehl. Müller, der seit 10 Jahren politisch aktiv ist und sich in verschiedenen Projekten wie beispielsweise dem Aktionsbündnis gegen das Vergessen engagiert, sieht die Probleme vor allem in der fehlenden weltanschaulichen Festigung junger Kameraden.

„Viele junge Leute missinterpretieren den Begriff des freien Nationalismus. Sie verwechseln die Möglichkeit sich als freier Nationalist nicht zwingend an eine bestimmte Organisation binden zu müssen mit einem antiautoritären Lifestyle.“

Die damit einhergehende Respektlosigkeit gegenüber älteren Kameraden, das Voranstellen eigener Interessen vor die Belange des Nationalen Widerstandes in seiner Gesamtheit, Neid und Hetzerei die eine konstruktive Zusammenarbeit oft über Jahre hinweg unmöglich machen sind ständige Begleiter und auch dem heute 27jährigen Dresdner nicht fremd.

„Neider, Selbstdarsteller und Schwätzer, die mit ihren Worten viel zu bewegen scheinen sind Gift für die Entwicklung eines gesunden Gemeinschaftsempfindens. Blickt man hinter die Fassade, bleibt oft nicht viel mehr als hohle Phrasendrescherei und pseudo-revolutionäres Machogehabe. Die sich daraus ständig ergebenden Spannungen sind kontraproduktiv und suboptimal für eine konstruktive, nach vorn gerichtete politische Arbeit und bringen oftmals mehr Schaden als Nutzen mit sich.“

Hinzu kommt, dass sich Oberflächlichkeiten schneller nach Außen hin darstellen lassen, als dies gemeinhin durch langfristige kontinuierliche Arbeit der Fall ist. Durch unüberlegte Aktionen wird der eigene Trieb des blindem Aktionismus bedient, ohne sich dabei die Frage zu stellen in wie weit dieses Handeln an den Notwendigkeiten des Nationalen Widerstandes ausgerichtet ist. Die dadurch entstehende Illusion viel zu bewegen, übt einen nachvollziehbar hohen Anziehungsgrad auf junge Charaktere aus, wirkt aber nicht zu selten einer weltanschaulichen Festigung durch ernsthafte und eigenverantwortliche Jugendpolitik entgegen. Im Ergebnis dieser Zustände entwickeln sich keine weltanschaulich gefestigten Mitstreiter, sondern oft subkulturell geprägte Erscheinungsformen welche in Ermangelung eben dieser inneren Festigung dem Druck des Systems und seiner Exekutive nicht auf Dauer standhalten und letztendlich wieder wegbrechen. Dies steht im krassen Widerspruch zu den Ansprüchen einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Handlungsweise revolutionärer, nationalistischer Jugendpolitik.

„Jedoch wird uns eine – früher war Alles besser – Mentalität hier nicht weiterbringen“ sinniert Müller. „Eine Kapitulation vor diesen zugegeben schwierigen Realitäten würde gleichzeitig einen Sieg der brd-Umerziehungsmaschinerie bedeuten. Aus diesem Grund werden wir unsere Arbeit weiterführen und nach Möglichkeit immer weiter ausbauen.“

Das diese Jugendarbeit alles andere als langweilig ist, stellten die Aktivisten des „Arbeitskreis Jugend“ in der Vergangenheit mehr als einmal unter Beweis. Dies ist vor allem der Verdienst derjenigen, welche die Notwendigkeit einer nach vorn gerichteten, auf die Belange des Nationalen Widerstandes zugeschnittenen Jugendpolitik, ohne egoistische Besserstellerei, erkannt haben.

Doch die Geduld und die vielen Stunden aufopferungsvoller Arbeit zahlen sich am Ende aus. So gelang es dem „Arbeitskreis Jugend“ unter anderem den Leitfaden „Meine Aktivistenfibel“ als Material zur Grundlagenschulung junger Aktivisten fest zu etablieren. Von der Ausarbeitung, welche der Vermittlung von Basiswissen zum weiteren Aufbau einer verantwortungsbewussten, kontinuierlichen Arbeitsweise dienen soll, sind bundesweit bereits mehr als 1000 Exemplare herausgegeben worden. In enger Kooperation mit befreundeten Aktivisten aus anderen europäischen Ländern wird derzeit auch an der Übersetzung des Leitfadens in verschiedene Sprachen gearbeitet. Auch gelang es, junge lernbereite Aktivisten fest in bestehende Strukturen einzubinden. So auch Patrick und Philipp, zwei junge Männer die genau wissen was sie wollen und worauf es ankommt.

„Die durch den Arbeitskreis praktizierte Zusammenarbeit mit jungen Menschen stärkt die Kraft des Einzelnen. Die Kraft des Einzelnen stärkt das große Ganze – unsere Bewegung. Mit gutem Beispiel voran gehen ist ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit. Jeder muss in der Lage sein sich ein- und unterzuordnen wenn es darauf ankommt. Selbstdarsteller und selbsternannte Führer brauchen wir nicht“, da sind sich die beiden 19 und 20 jährigen einig.

Seit mehr als einem Jahr nutzen nicht nur die beiden die Möglichkeiten des „Arbeitskreis Jugend“ und profitieren dabei ganz bewusst von den Erfahrungen älterer Kader. Als Fotograf und Jungautor haben sie so bereits ihren festen Platz in der Gemeinschaft des Widerstandes gefunden und gestalten so, ihren persönlichen Fähigkeiten entsprechend, die politische Arbeit in ihrer Region aktiv mit.

In diesem Sinne voran – jung, frech und zielstrebig. Für eine lebendige Jugendarbeit – gestern, heute und morgen.

Der „Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten ist im Weltnetz unter: http://www.netzwerkmitte.com oder postalisch unter: F.R.D. – Postfach 28 02 39 – 01142 Dresden zu erreichen.