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Arbeitskreis Jugend: Entdecke Deine Heimat

Der bereits 1990 gegründete Nationalpark Sächsische Schweiz mit seiner Fläche von 93,5 Quadratkilometern war an diesem Wochenende Ziel eines Ausflugs des „Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten unter dem Motto „Entdecke Deine Heimat“. Unter diesem Motto führten verschiedene Ausflüge unter anderem bereits ins Weißeritztal, nach Freiberg, Colditz oder ins Meißner Land. Diesmal sollte uns der Weg also in die Sächsische Schweiz führen. Doch nicht die weitbekannten, zerklüfteten Sandsteinfelsen waren unser Ziel, sondern das malerische Sebnitztal.

Die Sebnitz, welche in Böhmen als Wölmsdorfer Bach entspringt und sich nach etwa 31 Kilometern bei Porschdorf mit der Polenz zum Lachsbach vereinigt ist über einige Kilometer auch Grenzfluss zwischen der heutigen Tschechei und der BRD. Entlang dieses Flusses führten uns die schmalen Waldwege durch Berge und Täler, über kleine Bachläufe, Wiesen und Auen. An besonders schmalen Stellen halfen bergseitig, am Fels befestigt Ketten, den nötigen Halt zu finden. Gemeinsam wurden auch diese Passagen mit Leichtigkeit gemeistert und nachdem das alte Schloss und die Sputhmühle passiert waren, folgten wir dem Wanderweg weiter ins Schwarzbachtal. Die 1882 von Robert Sputh gegründete Mühle, war nicht nur Holzschleiferei und Holzpappenfabrik sondern auch der weltweit erste Produktionsort für Bierdeckel. 1937 fiel die Mühle einem Brand zum Opfer und wurde nicht wieder errichtet.

Hier nun, an der Kreuzung ins Schwarzbachtal folgten wir dem Wegweiser in Richtung des Goßdorfer Raubschlosses, welches unser eigentliches Wanderziel an diesem Tage war. Bevor wir jedoch die Überreste der Burg Schwarzenbach, welche im Volksmund Goßdorfer Raubschloss genannt wird, bewundern konnten, stand noch ein anstrengender Anstieg bevor. Erstmals erwähnt wurde die Burg 1372 und gehörte dem böhmischen Adelsgeschlecht der Berken von der Duba. Errichtet wurde sie wahrscheinlich zum Schutz der durch das Tal verlaufenden Handelsstraße in die Lausitz. 1443 ging die Burg an Sachsen. Zu dieser Zeit dienten die verfallenen Gebäude wiederholt Räubern als Unterschlupf. Um die Erinnerungen an die ehemalige Burganlage wach zu halten, ließ der Rittergutsbesitzer von Ulbersdorf auf den recht spärlichen Mauerresten 1858 eine künstliche Ruine mit Zubauten eines Rundturmes und Spitzbogengemäuer errichten.

Nach einer ausgiebigen Rast brachte eine Kameradin uns noch einige wissenswerte Fakten zur Burg und der näheren Umgebung näher. Nach den interessanten Ausführungen wurde das letzte Stück des Ausfluges in Angriff genommen. Weiter durch das Schwarzbachtal führte der Weg hinaus aus dem Wald, hinein in das ländliche Gebiet. Vorbei am 311 Meter hohen Hutberg, wo der Sage nach ein dort lebendes Zwergengeschlecht einen Schatz verbergen soll, ging es hinein in eines der vielen gemütlichen Dörfer in der Sächsischen Schweiz, wo nach einem Besuch des Kriegerdenkmales und einer abermaligen Rast der Ausflug mit Speis und Trank seinen Ausklang fand.

„Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten

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Arbeitskreis Jugend: Wanderfahrt zum Oflag IV c

„Obs stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht…“ heißt es schon in einem altbekannten Lied. Und so machten wir uns trotz des tristen Herbstwetters wieder einmal auf den Weg ein Stück unserer Heimat zu entdecken. Der Ausflug führte uns dieses mal nach Colditz, einer über 6000 Einwohner zählenden Stadt inmitten der drei sächsischen Großstädte Chemnitz, Dresden und Leipzig. 1046 erstmals urkundlich erwähnt, blühte im 16.Jahrhundert das Tuchmacher- und Leineweberhandwerk in der durch die Zwickauer Mulde geteilten Stadt. Über den Dächern der den Marktplatz umgebenden kleinen Häuser thront unübersehbar das Colditzer Schloss – das Hauptziel unserer Wanderfahrt.

Das Schloss, welches heute annähernd 360 Zimmer besitzt, liegt etwa 40 Meter über der Mulde und wurde am Ende des 12.Jahrhunderts dem Ministerialen Thimo I. mit dem dazugehörigen Umland durch den Kaiser zur Verwaltung übergeben. Im Jahre 1430 von den Husitten niedergebrannt und beim großen Stadtbrand von 1504 abermals zum Großteil vernichtet, diente das Schloss in seiner Jahrhunderte langen Geschichte seinen jeweiligen Besitzern und Verwaltern auf ganz unterschiedliche Weise. Bis zum Ende des 17.Jahrhunderts, als August der Starke als Prinz das Schloss als Jagdschloss erwarb, diente es als Wittwensitz sächsischer Kurfürstinnen. Um 1800 brachte man ein Landesarmenhaus und drei Jahre später ein Landesarbeitshaus im Schloss unter. Ab 1829 beherbergte das Schloss eine der ersten Anstalten für Geisteskranke in Deutschland. In den Jahren 1933/34 diente das Colditzer Schloss als Schutzhaftlager der SA, bis es ab 1935 als Lager des Reichsarbeitsdienstes genutzt wurde. Seit dem Kriegsbeginn 1939 bis zum Ende des letzten großen Völkerringens 1945, war das Schloss Kriegsgefangenenlager. Unter der Bezeichnung „Oflag IV c“, waren hier in erster Linie hochrangige Offiziere verschiedenster Nationalitäten, Kriegsgefangene mit einer hohen Rate an Fluchtversuchen aber auch so genannte prominente Kriegsgefangene, wie zum Beispiel Giles Romilly der Neffe Churchills, interniert, welche jedoch unter ganz besonderer Bewachung standen. Heute sind hier eine Jugendherberge und ein Museum zur Geschichte des Gefangenenlagers untergebracht.

Die Kriegsgefangenen wurden alle streng nach der Genfer Konvention behandelt. Dies bedeutete auch, dass ranghohe Offiziere nicht arbeiten durften. Deshalb konnten diese im so genannten Saalhaus verschiedensten Hobbys nachgehen. So gehörten Vorführungen des eigenen Orchesters und der Theatergruppe, das Lesen von Büchern, das Malen oder die Leibesertüchtigung zum Gefangenenalltag im Lager. Da laut Genfer Konvention die jeweilige Staatsmacht auch dafür zu sorgen hatte, den Gefangenen ihren Wehrsold weiterhin auszuzahlen, bekamen die Häftlinge eine Art Lagergeld mit welchem in der lagereigenen Kantine die verschiedensten Dinge erworben werden konnten. Auf diese Weise war es auch möglich sich von Außerhalb Dinge wie Instrumente, Stoffe, Farben und ähnliches ins Lager liefern zu lassen. Im zum Oflag IV c gehörigen Schlosspark war es jedem Gefangenen möglich, Sport zu treiben oder spazieren zu gehen. Denn man war stets darauf bedacht, dass die Häftlinge keine psychischen Schäden davontragen. Ranghohen Offizieren war es auf Offiziersehrenwort sogar gestattet, sich im Umkreis von 7 Kilometern um das Lager zum bewegen. Immer mit dabei ein bewaffneter deutscher Wachposten, welcher dazu dienen sollte den Häftling vor möglichen Angriffen aus der Zivilbevölkerung zu schützen.

Natürlich gehörten auch Fluchtversuche und sonstige heimliche Aktivitäten der Gefangenen zum Lageralltag. So wurde auch ein Segelflugzeug gebaut, welches – in Einzelteilen auf einem Dachboden versteckt – als Fluchtmöglichkeit dienen sollte. Auch wurde bei Bauarbeiten im Jahre 1993 das so genannte „Radio-Versteck“ auf einem der Dachböden des Schlosses gefunden. Nur das originale Radio war nicht mehr vorhanden. Dieses hatten ehemalige Kriegsgefangene bei einem Besuch in den 70er Jahren aus dem Versteck geholt und mitgenommen. Man kann es heute im Imperial War Museum in London besichtigen, wo eine gesonderte Ausstellung zum Oflag IV c im Colditzer Schloss eingerichtet ist. Im Fluchtmuseum in Colditz ist dieses Radio-Versteck als originalgetreuer Nachbau zu bestaunen. Obwohl das Oflag IV c als ausbruchssicheres Lager galt, wurden während dieser Zeit insgesamt 186 Fluchtversuche unternommen, von denen ganze 31 erfolgreich waren. Meist führte der Fluchtweg über die Schweiz, wo die Abteilung MI9 des britischen Geheimdienstes die Flüchtigen mit neuen Papieren und einer neuen Identität ausstattete. Von hier ging der Weg dann weiter über das unbesetzte Südfrankreich und Spanien zurück nach Großbritannien. So unterschiedlich die geglückten Fluchten waren, so spektakulär waren sie und ziehen noch heute den Betrachter dieser Geschichten, welche im Fluchtmuseum noch einmal lebendig nachvollzogen werden können, in ihren Bann. Diese Tatsache führte zu einem Bekanntheitsgrad des Lagers, welcher bis in die heutige Zeit fortwirkt. So ist das Schloss Colditz heute zu einer Art Wallfahrtsstätte für ehemalige Kriegsgefangene und deren Nachkommen geworden. Es gibt unzählige Filme, Comics und sogar Gesellschaftsspiele, für welche die Geschichte des berüchtigten Oflag IV c als Grundlage diente und bis heute dient.

„Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten

Arbeitskreis Jugend: Stadtwanderung durch Freiberg – Teil 2

Wie oft schon bist Du durch die Straßen Deiner Stadt gezogen. Wie oft schweiften Deine Blicke entlang der historischen Häuserzeilen in der Altstadt, wie oft hobst Du Deinen Kopf empor zur Spitze des mittelalterlichen Kirchturms. Doch wie selten nahmst Du die geschichtsträchtige Umgebung Deiner Heimat ganz bewusst wahr, im Trott des schnelllebigen Alltags? Erahnst Du, wie viel Historie in den alten Gemäuern stecken kann, wie viele Geschichten manch altes Haus zu erzählen vermag? Dann tu es uns gleich und entdecke Deine Heimat!

Als eine Gruppe von jungen Menschen machten wir uns auch diesmal wieder auf den Weg, dem Ruf der Heimat zu folgen. Der zweite Teil der Entdeckungsreise durch die historische Bergstadt Freiberg stand auf dem Plan. Nachdem uns unser Weg beim Ersten Mal zum Schwedendenkmal, weiter über den Obermarkt zum Rathaus bis hin zum Schloss Freudenstein geführt hatte, hieß es diesmal den Freiberger Dom, den Untermarkt sowie die Nikolaikirche und einige andere historische Gebäude zu erkunden.

Um 1180 entstand in dem noch jungen, durch Silberfunde sich schnell entwickelnden Ort Freiberg die romanische Basilika. Die Pfarrkirche erhielt mit der spätromanischen Triumphkreuzgruppe, auch Kreuzigungsgruppe genannt ( um 1225 ) und der Goldenen Pforte ( um 1230 ) schon frühzeitig zwei sehr bedeutende, heute noch erhaltene Kunstwerke. Im Jahre 1480 erhob Papst Sixtus der Vierte die Pfarrkirche zum Kollegiatstift. Jedoch schon nach nur 57 Jahren wurde das Kollegiatstift im Zuge der Reformation in Sachsen aufgelöst. Die Kirche wurde während eines großen Stadtbrandes 1484 völlig zerstört. Triumphkreuzgruppe, Goldene Pforte und Teile des Chores blieben erhalten. An gleicher Stelle erfolgte der Neubau des Domes St. Marien als dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Bemerkenswert ist neben der ältesten erhaltenen Silbermannorgel vor allem das Vorhandensein von zwei nebeneinander stehenden Kanzeln im Mittelschiff. Zum einen die freistehende, etwa aus dem Jahre 1505 stammende Tulpenkanzel und zum anderen die Bergmannskanzel von 1638. 1710 – 1714 erbaute Gottfried Silbermann eine Orgel mit 4 Registern. 1738 wurden kleinere Änderungen an der Disposition des Oberwerks vorgenommen. 1981 bis 1983 wurde die Orgel restauriert.

Der Untermarkt in Freiberg ist ein bedeutsamer Platz in der Bergstadt. Er hat die Form eines unregelmäßigen Vielecks und liegt auf einer Höhe von etwa 391 m. Der Untermarkt bildete seit der frühsten Zeit der Stadt den Übergang von der so genannten Sächsstadt zum Burglehen. Dominierendes Gebäude an seiner Südseite ist der Dom St. Marien. Der etwa 45 m hohe Giebel des Doms mit seinen Blendnischen und seinem Dachreiter ( Gesamthöhe 51 m ) schließt den Untermarkt optisch nach Südwesten ab. An der Ecke bietet das mit seinem Giebel in Verlängerung des Domgiebels stehende, ebenfalls hochgotische Gebäude des ehemaligen Domherrenhofes oder auch Thümerei – heute Stadt- und Bergbaumuseum – einen weiteren optischen Anziehungspunkt. Dieses Gebäude entstand nach dem Stadtbrand von 1484. Die meisten der anderen den Untermarkt umgebenden Gebäude stammen vorwiegend aus dem 16. Jahrhundert.

Die Nikolaikirche in Freiberg wurde um 1170 gegründet und später mehrfach umgebaut. Vom Ursprungsbau hat sich die romanische Doppelturmfassade erhalten. Im Spätmittelalter wurde das Langhaus als gotische Hallenkirche erneuert. Schließlich erfolgte 1750 – 1753 ein barocker Umbau unter der Leitung von Johann Gottlieb Ohndorf und Johann Christoph Knöffel. Der Kirche gegenüber liegt das Theater, welches 1790 gegründet wurde und heute als ältestes in ursprünglicher Form erhaltenes und kontinuierlich von einem städtischen Theaterensemble bespieltes Stadttheater der Welt bekannt ist. 1800 wurde hier die erste Oper des damals 14 jährigen Carl Maria von Weber uraufgeführt. Den Giebel des Theaters ziert der Spruch „Die Kunst gehört dem Volke“.

Erahnst Du jetzt, wie viel Historie in den alten Gemäuern stecken kann, wie viele Geschichten manch altes Haus zu erzählen vermag? Dann tu es uns gleich und entdecke Deine Heimat!

„Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten

Arbeitskreis Jugend: Auf Entdeckungstour durch die Bergstadt Freiberg

“Entdecke Deine Heimat!“. Einmal mehr folgten wir diesem Ruf und nahmen nur all zu gern die Einladung freier Aktivisten aus der Bergstadt Freiberg an, ihre geschichtsträchtige Heimatstadt näher kennen zu lernen. Unweigerlich ist schon einmal jeder in irgendeiner Weise mit dem Namen dieser Stadt konfrontiert worden. Sei es zu Hause, in der Schule oder in den unzähligen Büchern zur Geschichte Sachsens, mit welcher die Bergstadt untrennbar verbunden ist. Also begaben wir uns an diesem verschneiten Sonnabendvormittag gemeinsam zur Stadtwanderung durch Freiberg.

Die Wanderung begann am so genannten Schwedendenkmal. Es wurde zur Erinnerung an die Belagerung Freibergs durch schwedische Truppen, im heutigen Albertpark errichtet. Entworfen von Professor Eduard Heuchler und 1844 als Denkmal der Bürgertreue aufgestellt, zeigt die Säule drei Standbilder der Verteidiger Freibergs. Einen kurfürstlichen Soldaten, einen Bergmann mit Barte als Waffen und einen Bürger als Verteidiger der Bergstadt.

Weiter führte unser Weg durch die schmalen Gassen mit ihren historischen Häusern hin zum Obermarkt. Dieser größte und kulturhistorisch wertvollste Platz Freibergs, misst heute etwa 110m x 72m und liegt auf einer Höhe von rund 402m. Der bei der planmäßigen Anlage der Oberstadt, zwischen 1210 und 1217 geschaffene Platz, umfasste ursprünglich auch die heute südöstlich gelegene Petrikirche. Erst nach dem Stadtbrand im Jahr 1484 wurde der Obermarkt durch die Häuserzeile, welche heute Obermarkt und Petriplatz trennt, ergänzt. Der Obermarkt, dessen historisches Bild über die Jahrhunderte erhalten geblieben ist, wurde nie umbenannt.

In der Mitte des Marktes, steht das bronzene Brunnendenkmal von 1897, das den wettinischen Stadtgründer Markgraf Otto den Reichen und vier Wappenlöwen zeigt. Tradition Freiberger Studenten ist es, nach erfolgreicher Exmatrikulation im Wasser des Brunnens zu baden. Ein weiterer Brauch ist das Löwenreiten, das früher so lange betrieben wurde, bis die Polizei kam und die jungen Leute zur Kasse bat.

Im 15 Jahrhundert, war der Obermarkt Richtstatt des Kunz von Kaufungen, des Prinzenräubers, der seine beiden letzten Tage im Verlies des Rathauses zubrachte. Teile der der Überlieferung nach für den Prinzenraub verwendeten Strickleiter, hängen in der Eingangshalle des Rathauses. Ein bläulich schimmernder Pflasterstein aus Basalt, zeugt der Überlieferung nach von der Stelle, an die Kunzes Kopf gerollt sein soll. An diese Stelle blickt der so genannte Gaffkopf vom Erker des Rathauses herab.

Das Freiberger Rathaus, ist das dominierende Gebäude des Platzes. Es wurde ab 1440 errichtet, wobei Teile des Vorgängergebäudes mit einbezogen wurden. Besonders der Renaissance-Stil zeichnet dieses Gebäude aus, dessen Turm eine nach vier Seiten zeigende Turmuhr, die Lorenzkapelle im 1.Stock, sowie ein Glockenspiel aus Meissner Porzellan beherbergt. Täglich um 11.15 Uhr und 16.15 Uhr, erklingt vom Glockenspiel die Melodie des Steigerliedes “Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.“ Nachdem wir dem Spiel der Porzellanglocken gelauscht hatten, begaben wir uns in Richtung des Schlosses Freudenstein.

Obwohl rund 500 Jahre alt, gehört es zu den modernsten Gebäuden Freibergs. Der 4-flüglige Bau im Herzen der Altstadt, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Bereits im 12. Jahrhundert errichtete Markgraf Otto der Reiche am Standort des Schlosses eine Burg zum Schutz des Silberbergbaus. Heute beherbergt das Schloss verschiedenste Ausstellungen. So zum Beispiel die weltgrößte Mineraliensammlung “terra mineralia“ der TU Freiberg.

Letzte Station unserer Stadtwanderung war der Donatsturm. Er ist Bestandteil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts zum Schutz des Donatstores errichtet. Beim Bau des Turmes wurde Freiberger Kerngneis und Sandstein verwendet. Er ist 35m hoch und hat bei einem Außendurchmesser von 14,3 m lediglich einen Innendurchmesser von 3,9m. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, diente der Donatsturm als Kornmagazin und Speicher. Dies erwies sich jedoch als weniger sinnvoll und wurde wahrscheinlich um 1864 wieder aufgegeben. Heute ist der Donatsturm ein wertvolles Kulturdenkmal der Bergstadt Freiberg.

Somit war der erste Teil der Freiberger Stadtwanderung beendet. Die vielen Sehenswürdigkeiten, die einladenden, freundlichen kleinen Gassen und auch die humorvolle Vortragsweise unserer Gastgeber an diesem Tag, machten diesen Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis. So werden wir auch zum zweiten Teil unserer Entdeckungstour anreisen. Denn noch viele andere Schätze und so manches Kleinod birgt die malerische Bergstadt im Herzen Sachsens.

„Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten

Transparentgestaltung und Heimatkunde – unterwegs mit dem Arbeitskreis Jugend

Jugend führt Jugend! Das ist zentrales Motto unserer Arbeit als „Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten. So muss es wieder in das Selbstverständnis gestandener und erfahrener Aktivisten rücken, gerade den jüngsten unter uns die wichtigsten Dinge, die zum Rüstzeug eines jeden Aktivisten unbedingt und ohne Ausnahme dazugehören, zu vermitteln. Das Beurteilen von Situationen während politischen Aktionen und ein dementsprechend folgerichtiges Handeln zu trainieren gehört ebenso dazu, wie unsere jungen Mitstreiter an eigene Aktionsformen heranzuführen und sie zu selbstständiger politischer Arbeit zu motivieren. Unter diesen Gesichtspunkten organisierte der “Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten am vergangenen Sonnabend eine Einführung in das Gestalten von Transparenten.

Neben den richtigen Farben, Pinseln und Stoffen braucht es vor allem Geduld und ein ruhiges Händchen. Denn wieviel Arbeit hinter einem noch so simpel anmutenden Demonstrationsmittel steckt, ist den wenigsten bewusst. Bevor es also an das Aufbringen der Vorlage mittels Polylux und Bleistift ging, wurden den Teilnehmern zunächst die benötigten Utensilien vorgestellt und erklärt. Dies ist wichtig um ein optimales Arbeitsergebnis zu erzielen. Nach dem Übertragen der Folie folgte der zweite Arbeitsschritt, das Aufbringen der Farben. Doch auch hier galt es wieder einige Dinge zu beachten. Welche Farben verwende ich? Welchen Pinsel wähle ich für welche Arbeiten? All dies wurde den Teilnehmern detailliert erläutert und somit die Grundlage für eine eigenverantwortliche Arbeit in Sachen Transparentgestaltung vermittelt. Bis in den Abend hinein konnten alle Teilnehmer ihre Handfertigkeiten ausprobieren, bevor es an die gewissenhafte Reinigung der Arbeitsmittel ging. Als die Letzten den Nachhauseweg antraten, war bereits die Dunkelheit hereingebrochen. Nun hieß es ein paar Stunden ruhen, um sich am nächsten Tag der Wanderung anzuschließen, welche wie immer unter dem Motto „Entdecke Deine Heimat!“ stand.

In aller Frühe machten wir uns am Sonntag auf den Weg. Die vom Morgentau benetzten Blätter glitzerten im warmen Licht der aufgehenden Sonne. Nicht in die sagenumwobenen sächsischen Wälder führte uns diesmal der Weg, sondern in ländliche Gefilde. Genauer gesagt in das heute als Zehren bekannte und schon in vorchristlicher Zeit besiedelte „Castellum Cirin“, was soviel wie „felsiger Ort“ bedeutet. So begrüßte uns der mitten im Ort liegende Napoleonfelsen. Während seines Feldzuges soll sich Napoleon um 1806 durch den Felsen gesprengt haben der ihm den Weg versperrt hat, so weiß der Volksmund zu berichten. Vom Berg schaute die St. Michaeliskirche, das Wahrzeichen des kleinen Örtchens an der Elbe, auf uns herab.

Aus dem Dorf hinaus führte ein kleiner Weg in den Nachbarort. Schon von weitem konnte man den Turm des Schlosses Schieritz sehen, welches zwischen 1556 und 1601 unter Hannß von Schleinitz erbaut wurde. Vor Errichtung des Schlosses existierte auf diesem Platz eine frühere Burg des Dominus Conradis, des Konrad von Schleinitz. Dies war um das Jahr 1260. Zum Rittergutsbesitz gehörten eine Schlossmühle, eine Schlossbrauerei, eine Schlossgärtnerei, eine Brennerei, ein Steinbruch, eine Schäferei und die Fischereirechte im Ketzerbach, welcher sich durch die Ortschaften des Ketzerbachtals unermüdlich seinen Weg bahnt. Die Schlossmühle steht noch heute. Sie versorgte zwischen 1905 bis 1960 das Dorf, das Schloss und das Rittergut mit Strom. Von hier aus begaben wir uns auf den Weg zum Schloss. Noch immer kann man den Glanz vergangener Zeiten erdenken, wenn man sich das heute leerstehende und heruntergekommene Gebäude betrachtet.

Nach einer Kurzen Rast begaben wir uns auf den Rückweg. Auf der Kuppe des Berges bot sich ein atemberaubender Ausblick über dieses Stück unserer sächsischen Heimat. Im Schein der wärmenden Sonne konnte man die Elbweindörfer auf der anderen Seite des Flusses mit ihren unzähligen Weinbergen und Steinbrüchen vergangener Tage überblicken. Ein kleiner Feldweg führte uns zurück zur St. Michaeliskirche des Castellum Cirin. Erstmalig wird das heutige Wahrzeichen des Ortes im Jahre 1316 erwähnt. Als George von Schleinitz im Jahr 1545 den Ort vom Markgrafen zu Meissen als Erblehn erhielt, wurde die Kirche abgerissen und eine Neue errichtet. Der zweite Neubau erfolgte im Jahre 1755. Zum Abschluss besichtigten wir ein Kriegerdenkmal aus den Zeiten des ersten großen Völkerringens. Damit waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Entdeckungsreise, dem Napoleonfelsen im Zentrum des Castellum Cirin, angekommen. Viele interessante Dinge gab es zu sehen. In wenigen Monaten werden wir wieder aufbrechen um unsere Heimat näher zu entdecken. Schließ auch Du Dich an! Denn nur wer seine Heimat kennt, kann sie auch lieben. In diesem Sinne, Euer

„Arbeitskreis Jugend“ freier Aktivisten