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Nachgereicht: Demonstration in Usti nad Labem am 1. Mai 2014

Eine Demonstration der Delnicka strana socialní spravedlnosti (DSSS), der Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit, fand am 1. Mai in Aussig an der Elbe, dem heutigen Usti nad Labem (Aussig) in der Tschechischem Republik statt. Gemeinsam organisiert mit der Jugendorganisation der Partei, Dělnická mládež (DM), der Arbeiterjugend stand die Veranstaltung unter dem Motto „Die Zukunft der tschechischen Krone – Nein zum Euro!“. Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 400 Personen an der Aktion teil, welche erneut unter dem Zeichen massiver Repressionsmaßnahmen, aber leider auch dem negativen Auftreten eines Teils der Teilnehmer stand.

Der Treffpunkt befand sich auf dem Friedensplatz im Zentrum der Stadt. Bereits in großem Umkreis, aber auch in der Stadt selbst wurden Fahrzeuge anreisender Teilnehmer einer gründlichen, oft mehrmaligen Kontrolle unterzogen. Zudem wurde, Berichten der DSSS zufolge, die Nutzung einer kleinen Rednerbühne sowie des Lautsprecherwagens untersagt, Fahnen und verschiedene andere Kundgebungsmittel wurden beschlagnahmt. Auch der Zugang zum Treffpunkt wurde durch eine Absperrung der Polizei abgeriegelt. Tschechische und deutsche Beamte fotografierten hier sämtliche Teilnehmer und Ausweispapiere.

Mit etwas Verspätung wurde die Veranstaltung eröffnet. Im Gegensatz zu Demonstrationen in der BRD hatten hier jedoch Bürger und Passanten jederzeit die Möglichkeit den Platz zu betreten und den Redebeiträgen der verschiedenen Sprecher ihr Interesse zu widmen. Zunächst richtete der erste Vorsitzende der Partei, Tomáš Vandas, das Wort an die Teilnehmer. Weitere Redebeiträge folgten von Frederico Mattioni, einem Vertreter des Blocco Studentesco aus Italien, Erik Lamprecht, dem Vorsitzenden der Jugendorganisation der Partei, sowie dem Landesvorsitzenden der Jungen Nationaldemokraten in Sachsen, Paul Rzehaczek.

Anschließend setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Doch bereits bei den ersten Anzeichen von Gegendemonstranten, welche in deutliche geringerer Zahl, löste sich praktisch die gesamte Formation auf, Böller flogen, politische Parolen wichen geistlosem Gegröle. Es steht uns nicht zu, von außen über die Ereignisse zu urteilen oder diese öffentlich zu analysieren. Jedoch setzte sich bereits wenige Tage später das freie Nachrichtenportal svobodnyodpor.info in einem kritischen Kommentar mit den negativen Folgen solcher Verhaltensweisen auf die Außenwirkung politischer Aktionen auseinander – eine Einschätzung, welche wir durchweg teilen. Nach einer Verkürzung der Wegstrecke endete die Demonstration wieder auf dem Friedensplatz.

Die nach dem Verbot der Delnicka strana (DS) am 17. Februar 2010 hervorgegangene DSSS streitet derzeit vor Gericht um die Wiederzulassung des alten Parteinamens sowie ihrer Symbole. Beobachter gehen jedoch von einem aussichtslosen Unterfangen aus. Erst am 22. Mai wies ein Prager Gericht einen entsprechenden Antrag zurück. Bei der zurückliegenden Europawahl vom vergangenen Wochenende musste die Partei Verluste in Kauf nehmen.

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Reise ins Böhmische

Mit strahlendem Sonnenschein begrüßte uns das böhmische Land. Erste Station unserer einwöchigen Reise war die Stadt Aussig an der Elbe. Zunächst hieß es für uns Quartier beziehen. Als Unterkunft diente eine kleine Arbeiterwohnung am Rande der Stadt, wo wir mit der für Böhmen typischen Gastfreundlichkeit warmherzig aufgenommen wurden. Gleich im Anschluss machten wir uns auf, die Umgebung der Stadt zu erkunden. Für den engstirnigen Blick des BRD-Konsumenten gibt es in Böhmen außer billigen Kneipen und Zigaretten nicht viel zu entdecken, wenn man von der weitbekannten Schönheit der Böhmischen Schweiz einmal absieht. Umso mehr aber gibt es für diejenigen zu erkunden, welche sich wie wir mit offenen Augen und Herzen der Schönheit des deutschen Ostens nicht verschließen. Und so führte uns der Weg in das die Stadt umgebende Bergland, zur Erben-Aussicht. Der steinerne Turm auf dem Brandthügel ( 420 Meter über dem Meeresspiegel ) wurde im Jahr 1933 vom deutschen Gebirgsverein gebaut. Der Aussichtspunkt wurde nach dem damaligen Touristenvorsitzenden Alexander Erben benannt, dem langjährigen Direktor der tschechischen Sparkasse in Aussig. Nach dem Aufstieg auf dem Turm eröffnete sich uns eine schöne Aussicht auf fast die ganze Stadt und auf das Böhmische Mittelgebirge.

Nachdem wir die schöne Landschaft ausgiebig genossen hatten begaben wir uns in das Stadtzentrum, wo neben belebten Straßen und den Oberleitungsbussen vor allem die Eduard Benes Brücke mit der Gedenktafel an die sudetendeutschen Opfer vom 31.Juli 1945 und die vielen historischen Gebäude ins Auge fallen. So zum Beispiel das Nordböhmische Opern- und Balletttheater, welches in den Jahren 1908 bis 1909 nach den Plänen des Wiener Architekten Alexander Graf erbaut wurde. Im Mai 1945 in „slawisches Benes- und Stalintheater“ umbenannt, folgte nur einen Monat später eine weitere Namensänderung in „Städtisches Theater Usti nad Labem“. Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die barocke Adalbertkirche aus dem 18. Jahrhundert, in welcher 1972 die zweitgrößte Orgel der tschechischen Republik installiert wurde und die Maria Himmelfahrtskirche aus dem Jahr 1318. In der Zeit der Hussitenkriege wurden der Turm und das Dreierschiff vernichtet. Der Neubau begann erst nach 1452. Bei der Bombardierung der Stadt im April 1945 wurden die Fundamente des Turmes schwer beschädigt. Seither weicht der Turm von der vertikalen Achse um fast 2 Meter ab. Ein weiteres interessantes Gebäude ist Wittrusch. Das unübersehbare gelbe Gebäude welches über der Stadt thront und dessen Bau im Jahre 1847 beendet wurde, wurde auf Begehren der Bevölkerung errichtet deren größter Wunsch der Bau eines neuen Restaurantgebäudes war, welches Zierde der ganzen Stadt sein würde. Auch von hier aus bietet sich ein Blick auf die Stadt und auf die im Süden der Stadt liegende Burg Schreckenstein.

Die Burg Schreckenstein wurde im Jahr 1318 als Schutz des Handelsweges gegründet. Im Jahre 1842 hielt sich hier auch der deutsche Komponist Richard Wagner auf, der hier an der berühmten Oper Tannhäuser arbeitete. Die Burgruine, deren romantisches Aussehen schon immer bedeutende Persönlichkeiten anzog, beherbergt heute eine Ausstellung zur Geschichte der Burg und der nahen Region. Von der Terrasse der Gaststätte aus hat man einen herrlichen Ausblick auf das Elbtal. Die unterhalb der Burg gelegene Stauanlage mit Schiffshebewerk und Kraftwerk wurde in den Jahren 1923 – 1936 errichtet. Nur wenige Kilometer von Aussig entfernt, liegt die Ortschaft Kulm. Hier befindet sich eine Gedächtnisstätte an die zweitgrößte Schlacht der Napoleonischen Kriege im Jahr 1813. Von dem Künstler welcher den auf dem Turm wachenden Löwen schuf weiß der Volksmund zu berichten, dieser habe sich auf den Stufen vor dem Turm in den Freitod gestürzt, nachdem die Bevölkerung sein Kunstwerk als Pferd missdeutete. Doch auch für Naturfreunde gibt es in Böhmen viel zu entdecken. So galt es auch für uns die Böhmische Schweiz zu erkunden, welche mit ihrem zerklüfteten Felswänden stark an das Elbsandsteingebirge erinnert, jedoch trotzdem unvergleichlich an Reiz und Schönheit ist. Einen Tag lang wanderten wir durch die Umgebung an den Tissaer Wänden, bevor sich unser Aufenthalt in Aussig dem Ende zuneigte und wir uns weiter nach Prag begaben.

Alsbald wir aus dem Zug gestiegen waren erfasste uns das hektische Treiben der Millionenmetropole. In den Stationen der U-Bahn, vor deren Betreten man unbedingt eine Fahrkarte lösen sollte, herrscht ein ständiges Treiben. Der größte Teil der Bahnstationen und Plätze im Stadtzentrum ist modernisiert und meist dreisprachig beschildert, so dass man sich sehr gut zurecht findet. Da es schon spät am Abend war, hieß es auch hier zunächst Quartier beziehen. Nach einem gemütlichen Abend mit unseren Gastgebern, bei welchem auch die aktuelle politische Lage erörtert wurde, hieß es am nächsten Tag die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden, mit welchen Prag mehr als gesegnet ist. Mit Besichtigung von Staatstheater, Wenzeldenkmal, Altstädter Rathaus, Prager Burg, Veitsdom, altem jüdischen Stadtviertel und Karlsbrücke war also auch unser letzter Tag in Böhmen reich an Erlebnissen. An der Südmauer des Altstädter Rathauses befindet sich die berühmte Aposteluhr. Die ältesten Teile dieser Uhr sind das astronomische Ziffernblatt und die mechanische Uhr aus dem Jahr 1410. Damit ist sie weltweit die drittälteste Uhr dieser Art. Über die Karlbrücke gelangt man zur Wenzelburg. Die Brücke, deren Grundsteinlegung 1357 durch Kaiser Karl IV. erfolgte und deren Bauzeit sich bis zum Beginn des 15. Jahrhundert erstreckte, misst 516 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite und ist als Bogenbrücke mit 16 Bögen angelegt. Die weit sichtbare Wenzelburg ist das größte geschlossene Burgareal der Welt. Sie liegt auf dem Berg Hradschin und wurde im 9. Jahrhundert gegründet. Seitdem hat sich ihr Aussehen stark geändert. Generationen von Baumeistern verschiedenster Baustile waren daran beteiligt. Ihre Funktion als Sitz des Staatsoberhauptes blieb jedoch immer die Gleiche. Inmitten der Burganlage befindet sich der Veitsdom. Der Veitsdom wurde in seiner heutigen Form als gotische Kathedrale ab 1344 auf Anweisung Karls IV. erbaut. Die Geschichte des Baus aber reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Der Dom beherbergt die Gräber vieler berühmter böhmischer Könige und Kaiser und ist in seinen Ausmaßen 124 Meter lang, 33 Meter hoch und 60 Meter breit. Der Hauptturm ragt 99 Meter in die Höhe.

Auch in Aussig brennt das Licht der Erinnerung

Ein Helikopter kreist über der Menge, ein schwerer Wasserwerfer steht im Hintergrund. Martialisch muten die schwarzen Uniformen an, welche die Kulisse rund um den Platz im Herzen Aussigs bestimmen an diesem 18.April. Das System hat seine Truppen aufmarschieren lassen. Mit grimmigen Blicken, die Gesichter vermummt, so stehen sie da – die Schlagstöcke locker in den Händen haltend. Sie sind gerüstet zum Kampf. Gerüstet zu einem Straßenkampf, welcher seit Wochen durch die tschechische Systempresse propagiert wurde. Ängstliche Ladenbesitzer hatten ihre Geschäfte verbarrikadiert und das System etwa 1000 Polizisten samt schwerem Gerät aufgeboten, um die Bevölkerung vor der vermeintlichen Gefahr zu schützen.

Doch weder Aggression noch Militanz waren der Grund für die Anwesenheit der rund 600 Widerstandskämpfer aus 5 Nationen. Einzig das ehrende Gedenken an die am 17. und 19.April 1945 beim alliierten Bombenangriff Umgekommenen stand im Mittelpunkt des Marsches, welcher in dieser Form das erste Mal auf dem Gebiet der heutigen tschechischen Republik durchgeführt wurde. Es ist gegen 20 Uhr, als der erste der insgesamt 8 Redner das Wort ergreift und damit die von Autonomen Nationalisten aus Nordböhmen organisierte Veranstaltung eröffnet. Ihm folgen weitere Vertreter aus Deutschland, Ungarn und der Slowakei, welche abwechselnd mit tschechischen Widerstandskämpfern ihre Reden vortragen.

Die Dunkelheit ist bereits hereingebrochen, als sich der Marsch gegen 21.30 Uhr formiert. Einsatzkommandos gellen durch die engen Gassen und der Marschzug setzt sich langsam in Bewegung. Nach dem Fronttransparent und den Trommeln folgen angeführt von der deutschen Flagge die verschiedenen Abordnungen der anwesenden Nationen, von denen ein großer Teil aus der heutigen BRD angereist war. Auch dies das erste Mal in der Geschichte des tschechischen Widerstandes. Und so war dies zweifelsfrei ein historischer Tag. Gleichermaßen für die Widerstandsbewegung in der heutigen BRD, wie in der heutigen tschechischen Republik. Das Tschechen und Deutsche gemeinsam in dieser Stadt mit ihrer über 950jährigen Geschichte marschierten, ist das Ergebnis eines lang andauernden Prozesses und ebenso Ausdruck einer gemeinsamen Weltanschauung als auch Bekenntnis zu einer gemeinsamen Kultur und einer gemeinsamen Heimat.

Nach einigen hundert Metern stoppt die Formation. Gegendemonstranten halten eine Straßenkreuzung besetzt. Man beschließt den Ort an einer schmalen Stelle zu passieren und wieder kommt Bewegung in die Reihen. Die bis dahin vorherrschende Stille, welche nur die Schläge der Trommeln ab und zu unterbrechen, wird urplötzlich zerschnitten. Leuchtkörper detonieren mit ohrenbetäubendem Knall, berittene Polizei stürmt in die Menge der Gegendemonstranten und treibt sie auseinander. Es wird kein Widerstand geduldet, einzelne Personen zu Boden gerissen, festgehalten. Ruhig und ohne Reaktion passieren die Widerstandskämpfer die gespenstische Szenerie um dann wieder zu einem geordneten Weitermarsch zurückzufinden.

Weiter führt der Weg zurück in das Zentrum von Aussig, wo die Veranstaltung gegen 22.30 Uhr am Ausgangsplatz offiziell für beendet erklärt wurde. Nicht nur eine entsprechende Vorbereitung, sondern auch eine gute Zusammenarbeit zeichneten diese Veranstaltung aus. So muss auch dem Letzten bewusst werden, dass unser Ringen um ein freies Europa der Vaterländer nur dann erfolgreich sein kann, wenn wir gemeinsam und geschlossen in diesen Kampf marschieren und die Gräben der Vergangenheit, welche fremde Mächte in zwei Kriegen zwischen unsere Völker getrieben haben, überwinden.

Dabei ist es für uns als Deutsche selbstverständlich, dass wir nicht von unserer Heimat lassen und begangenes Unrecht nie als Recht anerkennen werden. Mit ihrer aktuellen Erklärung hat sich die Widerstandsbewegung in der heutigen Tschechei jedoch klar und deutlich positioniert und jedem der die Notwendigkeit erkannt hat die Hand gereicht zu einem weiteren gemeinsamen Weg. Auf dieser Basis ergreifen wir diese uns gereichte Hand und werden in Zukunft das Schlachtfeld gemeinsam beschreiten. Ein Schlachtfeld der Ehre, der Freiheit und des Rechts!

Weitere Berichte zum Trauermarsch in Aussig hier.

Erklärung des tschechischen Widerstandes hier.

Bomben auf Aussig

Aussig an der Elbe (Ústí nad Labem) wurde zum ersten Mal im Jahre 1056 in der Begründungsurkunde der Kathedrale in Leitmeritz (Litoměřice) schriftlich erwähnt. Ursprünglich stand hier auf dem Zusammenfluss von Elbe (Labe) und Biela (Bílina) eine königliche Burg. Unter der Burg entstanden dann eine slawische Ortschaft und ein Markt. An die Anfänge der Stadt erinnert heute noch der Name Hradiště, den die Straße in der Nähe der St. Vojtěch Kirche trägt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bekam Aussig den Status einer königlichen Stadt. Damit wurde sie neben Leitmeritz und Saaz (Žatec) unter die ältesten Städte in Nordböhmen eingereiht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts förderte die Entwicklung der Kohle- und Bergbauunternehmung den Bau der Eisenbahn und die Belebung des Schiffverkehrs an der Elbe. Es entwickelte sich auch die Chemie-, Textil- und Glasindustrie. Die mittelalterliche Festung stand den neuen Anforderungen des Verkehrs im Wege. Die Stadttore wurden abgebrochen. Mit den Angriffen amerikanischer Bomberverbände im April 1945, wurde die ohnehin bereits kleine Anzahl an Kulturdenkmälern weiter geschmälert und erfuhr auch während der Zugehörigkeit der damaligen Tschechoslowakei zum ehemaligen Ostblock keinerlei Beachtung. Die böhmische Stadt Aussig wurde zum ersten Mal am 21.12.1944 von alliierten Bomberverbänden angegriffen. 22 Menschen starben an diesem Tag durch die Bomben. Danach regnete es Broschüren in deutscher und tschechischer Sprache mit dem Titel: „Aussig ist ein finsteres Loch, aber wir finden es doch“.

Am 17. und 19. April 1945 machten die Alliierten ihre Drohung wahr und griffen die Stadt erneut an. Unterschiedliche Quellen berichten von 1000 – 1500 Toten. Die Zahl der Opfer wurde im Laufe der Jahre ständig nach unten korrigiert. Hauptziel des Angriffs am 17. April 1945 war der Eisenbahnknotenpunkt. Dieser wurde auch nahezu komplett zerstört. 17 Minuten lang warfen die Bomber ihre todbringende Fracht auf die schutzlose Stadt. Am nächsten Tag flogen wieder alliierte Flugzeuge über die Stadt. Dieses Mal waren sie gekommen, um sich ein Bild der Zerstörung zu machen. Zudem wurden Luftaufnahmen von weiteren potentiellen Zielen gemacht.

Der größte Angriff, der am 19. April 1945 stattfand, dauerte 25 Minuten. In acht Wellen flogen mehr als 54 Bomber über Aussig und nahmen Menschen und Infrastruktur unter Beschuss. Hierbei wurden rund 572 Häuser zerstört. Mehr als 900 Menschen verloren dabei ihr Leben. Das Rathaus, die Post, der Bahnhof, drei Schulen, mehrere Fabriken und Büros sowie Brücken wurden bei diesem Angriff zerstört. Ein Vorort von Aussig wurde komplett von der Landkarte getilgt. Nicht einmal vor den drei historischen Kirchen St. Vojtěch, Mariä Himmelfahrt und evangelischen Kirche zu Střekov machten die Alliierten Halt. Unter den Opfern der Bombenangriffe waren nicht nur Bewohner von Aussig. Es traf auch viele Flüchtlinge aus den Bereichen Breslau und Ostpreußen. Aber auch sowjetische Kriegsgefangene, Franzosen, Italiener, Litauer, Letten und Slowaken waren unter den Opfern. Das jüngste Opfer, ein Säugling, war gerade einmal einen Monat alt. Die ältesten Opfer waren zwei 87jährige. Nach den Angriffen wurden die Opfer in Massengräbern bestattet. Später wurden Sie dann noch einmal exhumiert und verbrannt.

Am 18. April wollen wir in Aussig an der Elbe ein Zeichen setzten, dass die Opfer dieser unnötigen Angriffe bis heute nicht vergessen sind. Niemals werden wir vergessen, was die „Befreier“ unseren Vorfahren angetan haben!

Der Kampf für eine freie Presse und ein freies Deutschland geht weiter!

Aktuelle Informationen zum Trauermarsch am 18.April hier.