Archiv der Kategorie: Jugend & Politik

Gestärkte Dresdner JN jetzt mit festem Anlaufpunkt

Der im Dezember 2012 gegründete und damit noch ziemlich junge Stützpunkt der Jungen Nationaldemokraten in Dresden, konnte den vergangenen Monaten neue Mitglieder gewinnen. Diese stellen ihren reichhaltigen Erfahrungsschatz aus mehr als einem Jahrzehnt politischer Arbeit im Nationalen Widerstand nun auch den örtlichen Strukturen der JN zur Verfügung. Mit diesem Schritt verfügt die JN in Dresden ab sofort auch über einen festen Anlaufpunkt, nicht nur für Mitglieder, an welchem der Dreiklang aus Bildung, Gemeinschaft und Aktivismus zukünftig seine praktische Umsetzung erfahren kann und wird.

So referierte bereits am gestrigen Mittwochabend, den 9. Juli 2014, der Bundesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten, Andy Knape, beim Dresdner Stützpunkt der Jugendorganisation. In seinem gut halbstündigen Vortrag beleuchtete Knape Sinn und Zweck, Wesen und Struktur des Jugendverbandes.

Mahnwache für Dresden in Hildesheim

Dresden ist weltweit als Symbol für den alliierten Luftterror im II. Weltkrieg bekannt und muß in einem Atemzug mit den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki genannt werden! Seit vielen Jahren erinnern deutsche Menschen, die es noch sein wollen -sowie viele Freunde aus der ganzen Welt- an dieses Kriegsverbrechen mit einem Gedenkmarsch am Jahrestag dieses Bombenholocaustes am 13. Februar.

Dieser 13. Februar 1945 und die nachfolgenden Angriffe auf eine ungeschützte Stadt forderten über 250 000 Tote! Mit Hilfe der BRD-Organe (Verwaltung und Polizei) haben in den letzten Jahren vermehrt linkskriminelle Kräfte in einem unglaublichen Selbsthass versucht diesen Gedenkmarsch in Dresden zu stören, mehr als einmal Teilnehmer dieses Marsches auch körperlich angegriffen und sogar Todesfälle in Kauf genommen! In diesem Jahr hat das Gedenkbündnis Dresden es mit einer neuen Strategie geschafft wieder einen würdigen und erfolgreichen Gedenkmarsch, diesmal am Vorabend des Jahrestages am 12. Februar, durchzuführen.

Staatliche Verhinderungsorgane und ihre Fußtruppen der selbsternannten „Antifa“ liefen komplett ins Leere! Darüber hinaus folgten in vielen Städten unserer geschundenen Heimat nationale Sozialisten am 13. Februar dem Ruf: „Die Toten mahnen zur Tat!“ und veranstalteten Mahnwachen und Kundgebungen für die Toten von Dresden!

Eine dieser Städte ist Hildesheim im Herzen von Niedersachsen! Freie Nationalisten meldeten für den Abend des 13.Februar eine Mahnwache an der Jacobikirche mitten in der Fußgängerzone an. Bewusst der Tatsache, daß es leider auch in Hildesheim verwirrte und kranke Menschen gibt, die versuchen könnten verbal auf den Gräbern ihrer Ahnen zu tanzen, indem sie versuchen eine Mahnwache zu stören, wurde intern mobilisiert. Gegen 19 Uhr am 13. Februar versammelten sich 50 Teilnehmer und stellten sich mit themenbezogenen Transparenten und den schwarzen Fahnen des Widerstandes bei Kerzenschein und Dauerregen zur Mahnwache auf. Der Versammlungsleiter gab die Auflagen bekannt, und eröffnete die Versammlung. Nach einleitenden Worten des Versammlungsleiters, ergriff Kamerad Lars Hildebrandt aus Schleswig-Holstein das Wort. Neben den Gräuel von Dresden, ging er inhaltlich auch auf den Beginn des Bombenterrors mit dem Angriff auf Lübeck als erstes Opfer des Bombenholocaustes ein. Als zweiter Redner sprach Dieter Riefling. Inhaltlich wurden in der Ansprache die Verantwortlichen, für das Kriegsverbrechen an Dresden, Lübeck, Hamburg, Hildesheim und vielen…ZU VIELEN… anderen Städten unserer Heimat, beim Namen genannt und auch ihre Beweggründe beleuchtet. Dieser Ansprache folgte die Gedenkminute für die Opfer des Luftterrors und denen, die ihr Leben bei der Verteidigung der Heimat gelassen haben.

Der Versammlungsleiter sprach abschließend noch einmal zu den Teilnehmern und bedankte sich für das Erscheinen und wünschte allen einen guten und sicheren Heimweg. Noch am Abend erreichte Hildesheim eine Nachricht aus Dresden, in der das Gedenkbündnis seinen „tiefen Dank für die Solidarität aus Hildesheim“ zum Ausdruck brachte.

An dieser Stelle soll auch der Polizeieinsatz beleuchtet werden: Kurz vor Beginn der Mahnwache teilte der Einsatzführer der, ungewohnt massiv auftretenden, Polizei dem Versammlungsleiter mit, daß er eine angekündigte Gegendemo erwartet. Er aber für einen mindestens 50 Meter Abstand von Störern sorgen wird. Tatsächlich erschienen zu Beginn der Mahnwache ca. 20 Personen, die meisten wohl im Rentenalter, des DGB. Sie enthüllten, nach der Begrüßung des Einsatzleiters und des anwesenden „Staatschutzes“ mit HANDSCHLAG, ein kleines Transparent. Während der Versammlungsleiter die Veranstaltung eröffnete und die Redner ihre Ansprachen hielten, ließen sich die Teilnehmer und Redner nicht von den menschenverachtenden Zwischenrufen der „DGBArbeiterverräter“ beeindrucken. Diese „Störer“ wurde tatsächlich NICHT auf den vorher angekündigten Abstand von 50 Meter gehalten, sondern im Gegenteil bis auf 15 Meter heran gelassen. Auf Nachfrage beim Einsatzleiter, ob er seine selbst angekündigten Pufferzone nicht „einhalten will oder kann“, kam die eindeutige Antwort -grinsend-: „ICH WILL NICHT!“

Kurz darauf gab es eine polizeiliche Durchsage an die „Gegendemonstranten“, die bereits min. 20 Minuten versuchten zu stören: „An die Personen die Abseits der Versammlung stehen: Wir stufen ihr Verhalten als SPONTANKUNDGEBUNG ein! Wir bitte sie, uns aus ihrer Mitte einen Versammlungsleiter zu benennen, damit wir Absprachen treffen können.“

Soso… eine Gegenkundgebung, die der Polizei längst bekannt war und deren Teilnehmer die politische Polizei, sowie Einsatzleitung, mit Handschlag begrüßen, sind plötzlich eine „Spontankundgebung“…

Es kann an dieser Stelle festgehalten werden: Die Informationen zur Mahnwache können nur aus dem Hildesheimer Rathaus gekommen sein oder direkt aus der Polizeiinspektion Hildesheim. Auch das Verhalten des Einsatzleiters widerspricht dem Versammlungsgesetz und es wird nun auf rechtlichem Wege zu prüfen sein, wo und wie die Stadt Hildesheim, als auch die Polizei, rechtlich zu belangen, bzw. zu maßregeln sind! Amtshaftungsklage und Dienstaufsichtsbeschwerden werden derzeit geprüft.

Die Organisationsleitung

Wintersonnenwende

Still, in Dunkelheit gehüllt, liegt die weite Hügellandschaft. Aus der Ferne blinken Lichter – zunächst nur wenige, schemenhaft erscheinende Punkte am Horizont. Langsam nur werden sie größer. Bald reihen sie sich sichtbar aneinander, gleich einer Schlange, die sich durch das von Reif bedeckte Gras der weiten Waldwiese windet. Bald schon zeichnet das fahle Licht der Fackeln klare Umrisse von Menschen gegen den Schatten des Waldrandes. Still schreiten sie voran, geradewegs auf den Festplatz zu. Es ist die Nacht der Wintersonnenwende, deren reinigendes Feuer den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen aufs Neue beschließt.

„Ich rufe hinaus in die Sonnenwendnacht
Brüder im Lande! Fackeln entfacht!
Tragt sie herbei in forderndem Lauf,
bringt uns das Feuer, wir warten darauf!“

Dann folgen die Worte die Lichtträger aus den vier Himmelsrichtungen, erklingen gemeinsame Lieder und Sprüche. Für einen kurzen Moment scheint die Zeit still zu stehen, bis die in der Ferne blinkenden Lichter der großen, nie schlafenden Stadt die Gewissheit bringen…

…der Kampf geht weiter!

Reise ins Böhmische 2012

Zwischen Aussig (Ústí nad Labem) und Leitmeritz (Litomerice), wo drei Kreuze auf einem Hügel heute die imaginäre Grenze des Sudentenlandes symbolisieren, beginnt Böhmen. Nach 2009 waren wir somit ein weiteres Mal für eine Woche zu Gast in jenem Gebiet, welches von 1919 bis 1938 zum Vielvölkerstaat Tschechoslowakei gehörte und zwischen 1939 und 1945 unter der Protektion des Deutschen Reiches stand. Die ersten Aufzeichnungen über Böhmens tiefere Geschichte stammen vom sächsischen Geschichtsschreiber Widukind von Corvey aus dem 10. Jahrhundert.

Während unseres Aufenthaltes besuchten wir eine Vielzahl interessanter Orte und Stätten. Neben etlichen Gesprächen zur aktuellen Situation der Widerstandsbewegungen in beiden Ländern und verschiedenen Erörterungen zum möglichen Ausbau zukünftiger gemeinsamer Aktivitäten, stand somit der kultur-historische Anspruch unserer Reise im Vordergrund. Den Anfang bildete dabei die Teilnahme an einem Tagesausflug der von La Muvra – einer Gruppe des italienischen Casa Pound – inspirierten Bergwandergruppe „Rupicapra“, ins mittelböhmische Tetin (Tetín).

Zu Fuß durch Beraun (Beroun) und Tetin (Tetín)

Die mittelböhmische Königsstadt Beraun ist gelegen am Zusammenfluss des gleichnamigen Flusses (Berounka) und der Littawa (Litavka). Die Stadt, zu deren Einwohnern zum Ende des 13. Jahrhunderts viele deutsche Kaufleute zählten, wurde im Jahre 1421 von den Hussiten erobert und verlor später, vor allem nach dem Dreißigjährigen Krieg, an Bedeutung. Entlang der alten Stadtmauer und durch die engen Gassen, erreichten wir das Pilsner Tor (Plzenská brána). Weiter führte der Weg auf einen bewaldeten Hügel, auf welchem sich ein Braunbärengehege befindet. Von hier aus ging es nach kurzer Rast in das zwei Kilometer entfernte Örtchen Tetin (Tetín), einem der ältesten Wallfahrtsorte Böhmens.

Die Gründung des Ortes wird der Sage nach der Priesterin Teta zugeschrieben, einer von drei Töchtern des Krok – einer mythologischen Gestalt, welche als einer der ersten Herrscher Böhmens gilt. Oberhalb der Beraun gelegen, bietet Tetin einen atemberaubenden Blick in das Tal und die Weite des böhmischen Landes. Der Blick vom Standpunkt der alten Festung aus über die umgebende Landschaft lässt erahnen, dass man sich nahe dem Landschaftsschutzgebiet Pürglitzer Wald (Krivoklátsko) befindet, welches 1978 ins Leben gerufen wurde. Im Dorf selbst sind neben einem kleinen Museum viele restaurierte Kleinode aus mehreren Jahrhunderten zu besichtigen, wie etwa die Kirche der heiligen Ludmilla (Svatá Ludmila).

Mit diesen ersten Eindrücken machten wir uns gemeinsam zurück auf den Weg aus der Idylle der böhmischen Landschaft, hinein in das hektische Treiben der nie stillstehenden Hauptstadt, um schon am nächsten Morgen unsere Reise fortzusetzen. Ziel war Südböhmen, in etwa das Gebiet zwischen Tabor (Tábor) im Norden, Krumau (Ceský Krumlov) im Süden, Strakonitz (Strakonice) im Westen und Neuhaus (Jindrichuv Hradec) im Osten. Hier fanden wir Quartier in einem für die Region typischen Dorf aus dem 12. Jahrhundert, welches malerisch am Rande bewaldeter Berghänge lag und in dem es schien, als sei die Zeit stehen geblieben. Von hier aus führte unser Weg zur Burg Klingenberg (Hrad Zvíkov) oberhalb des Zusammenflusses von Moldau (Vltava) und Wottawa (Otava) am Orlik-Stausee (Orlická prehrad), dem zweitgrößten in der heutigen Tschechischen Republik.

Auf der Burg Klingenberg (Hrad Zvíkov)

Die Burg Klingenberg wurde vermutlich um 1230 errichtet. Zum ältesten Teil der Anlage, dem Wachturm, kamen im Laufe der Jahrhunderte noch etliche Erweiterungsbauten, wie der Palast mit Burghof, feste Wehrmauern und Bastionen. Somit gehörte die Burg Klingenberg zu den bedeutendsten und am schwersten einnehmbaren böhmischen Festungen des Mittelalters. Von 1621 bis 1622 belagerten die Truppen Kaiser Ferdinands II. die Burg. Trotz Artilleriefeuers dauerte es länger als ein Jahr, bis die Verteidiger zur Aufgabe bereit waren. Bereits wenige Jahre später verlor die Burg an Bedeutung und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder umfangreich restauriert.

Ursprünglich lag die Burg etwa 40 Meter über dem Niveau der sich hier vereinenden Flüsse. Erst der Bau der Talsperre in den Fünfziger und Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, zähmte den bis dahin wilden Wasserlauf der Moldau und ließ ihre schönsten Kurven verschwinden. Heute dient das Areal unter anderem als Naherholungsgebiet und Angelrevier. Nachdem wir nun eine Zeit lang an diesem eindrucksvollen Platz verweilten und die Zeit für einen ausgiebigen Rundgang genutzt hatten, machten wir uns auf den Rückweg um den Tag in einem urigen böhmischen Gasthaus bei landestypischen Speisen ausklingen zu lassen. Erst am späten Abend erreichten wir wieder unser kleines Dorf und begaben uns zur Nachtruhe. Gut ausgeschlafen und voller Erwartungen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg ins böhmische Hochland.

Grüße aus Iglau (Jihlava) und Tabor (Tábor)

Iglau ist eine der ältesten Bergbaustädte Böhmens und liegt nahe der böhmisch-mährischen Grenze. Bereits Ende des 8. Jahrhunderts wurde in der Stadt Silber gefördert. Schon früh genoss die Stadt, welche bereits auch über ein Münzamt verfügte, zahlreiche Privilegien. Von den aus dieser Zeit stammenden Katakomben, welche mit ihren 25 km auf drei Ebenen die zweitgrößten der heutigen Tschechischen Republik sind, können heute jedoch nur einige hundert Meter besichtigt werden. Die unterirdischen Anlagen, in denen unter anderem auch die Forschungseinrichtung der SS – Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V. – tätig war, dienten auch als Luftschutzräume und nach dem Krieg als Lagerstätte für verschiedenste Güter und Waren.

Als wir wieder aus den Tiefen emporgestiegen waren, besuchten wir zunächst das Gebäude der ehemaligen Adolf-Hitler-Schule Nr. 12. in Böhmen und Mähren. Heute ist in dem Komplex das Studentenwohnheim der Polizei untergebracht. Von hier aus führten uns die Kameraden auf den örtlichen Friedhof, wo sich ein großes Gräberfeld von 249 gefallenen Wehrmachtsangehörigen befindet. War diese Stelle zu Zeiten des Kommunismus noch ein schreckliches Massengrab, so findet man heute eine gepflegte Anlage mit steinernen Kreuzen und einer Gedenktafel. Hier hielten wir einen Augenblick inne und begaben uns, unseren Gedanken nachhängend, zurück ins Stadtzentrum, wo es mit dem Iglauer Rathaus, verschiedenen sakralen Denkmälern und dem Frauentor – Wahrzeichen der Stadt und einziges verbliebenes von fünf mittelalterlichen Stadttoren – noch einige andere sehenswerte Dinge mehr zu entdecken gibt.

Nach einem gemeinsamen Abend mit örtlichen Kameraden, galt es für uns wieder in Richtung unseres südböhmischen Dörfchens aufzubrechen. Auf dem Rückweg durchquerten wir auch die Stadt Tabor (Tábor), was übersetzt „Lager“ bedeutet. Diese Namensgebung hat ihren Ursprung in den Hussitenkriegen, in denen die Stadt Tabor, ganz im Gegensatz zum stark katholischen Iglau, eine Hochburg – eben das Hauptlager – der reformerischen Glaubensbewegung darstellte. Die Stadt Tabor, welcher der böhmische Komponist Bedrich Friedrich Smetana ein Werk seiner Sinfonie „Mein Vaterland“ widmete, war im 16. Jahrhundert eine blühende Handelsmetropole. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Tabor gewaltsam rekatholisiert. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem das Barockschloss Meschitz (Mešice) und das Hussitenmuseum.

Über Doberschisch (Dobríš) zurück nach Prag (Praha)

Nach einer letzten Nacht in unserem verträumten Dörfchen brachen wir auf, um die wenigen verbleibenden Tage unseres Aufenthaltes in der quirligen Metropole Prag zu verbringen. Nachdem wir schon vor drei Jahren eine Vielzahl an sehenswerten Plätzen wie Staatstheater, Wenzeldenkmal, Altstädter Rathaus, Prager Burg, Veitsdom und Karlsbrücke besucht hatten, fiel der Besuch der Prager Innenstadt diesmal etwas kürzer aus. Dafür nutzten wir die verbleibende Zeit, um auf der Fahrt in die Hauptstadt noch einen kurzen Ausflug nach Doberschisch (Dobríš) zu unternehmen. Hier, in der 1252 erstmals erwähnten Ortschaft, besuchten wir das Schloss. Dem Rokoko-Bau aus den Jahren 1745 bis 1765 schließt sich ein französischer Park, mit verschiedenen Statuen und einem großen Wasserspiel, an. Hier konnten wir noch einmal in Ruhe die Eindrücke der vergangenen Tage auf uns wirken lassen und unseren Gedanken nachhängen.

Zurück in Prag, setzte sich das Programm mit dem Besuch des Pulverturmes am Platz der Republik, dem Rudolfinum – Sitz der Philharmonie – , und dem Park vor dem Prager Senat fort. Auch das Altstädter Rathaus mit seiner bekannten astronomischen Uhr und das jüdische Viertel wurden besichtigt. Hier, in der Altneu-Synagoge, soll der Legende nach vom Rabbiner Judah Löw der Prager Golem erschaffen worden sein – ein Geschöpf aus Lehm, welches unter anderem am Sabbat alle Arbeiten für die Juden verrichten musste. Mit einem Spaziergang über die Karlsbrücke ging auch dieser Ausflug zuende und beschloss zugleich unsere Reise ins Böhmische 2012. In der Gewissheit, mit dem weiteren gegenseitigen Kennenlernen und den gefassten Entschlüssen zu zukünftigen gemeinsamen Projekten und Unternehmungen mehr für das Miteinander im Kampf für die Befreiung unserer Völker getan zu haben, als dies die bloßen Lippenbekenntnisse einer selbsternannten politischen Elite jemals vermögen können, traten wir frohen Herzens und frischen Mutes nach einer erlebnisreichen Woche unsere Heimreise an.

Zur Seite der Bergwandergruppe Rupicapra hier.

Bericht zur Reise ins Böhmische 2009 hier.

2. Sächsisch-Böhmischer Kulturtag

Umhüllt von dichten Nebelschwaden lag vor uns der Schreckenstein. Die Burg auf dem 100 Meter hohen, steil aufragenden Felsen mit seinen dicht bewaldeten Hängen war die erste Station unseres Ausfluges im Rahmen des 2. Sächsisch-Böhmischen Kulturtages. Dieser Unternehmung war bereits im Juli dieses Jahres eine gemeinsame Wanderung deutscher und böhmischer Aktivisten im Nationalpark Sächsische Schweiz vorausgegangen. Hier, an der zu Beginn des 14. Jahrhunderts zum Schutz des Handelsweges gegründeten Burg die im Jahre 1842 auch dem deutschen Komponisten Richard Wagner als Wirkungsstätte diente, begann unser Gegenbesuch in der heutigen tschechischen Republik, an dem sich auch Aktivisten aus Sachsen-Anhalt angeschlossen hatten. Erste Sicherungsarbeiten an der heute als Museum und Ausflugziel dienenden Burgruine wurden am Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Von hier aus bewegten wir uns in das Herz von Aussig an der Elbe.

1426 von den Hussiten zerstört und während des dreißigjährigen Krieges siebenmal Opfer von Plünderungen und Strafzahlungen, wurden die Stadt und ihre Menschen in ihrer mehr als 1000-jährigen Geschichte oft von Schicksalsschlägen heimgesucht. In dieser in ihrer tiefsten Seele deutschen Stadt, machten wir Rast in einem kleinen Lokal, wo wir nun verschiedenen historischen Vorträgen lauschten. So etwa zur Bombardierung Aussigs am 17. und 19. April 1945 durch angloamerikanische Terrorbomber. Hauptziel des Angriffs am 17. April 1945 war der Eisenbahnknotenpunkt. Dieser wurde auch nahezu komplett zerstört. 17 Minuten lang warfen die Bomber ihre todbringende Fracht auf die schutzlose Stadt. Am nächsten Tag flogen wieder alliierte Flugzeuge über die Stadt. Dieses Mal waren sie gekommen, um sich ein Bild der Zerstörung zu machen. Zudem wurden Luftaufnahmen von weiteren potentiellen Zielen gemacht. Der größte Angriff, der am 19. April 1945 stattfand, dauerte 25 Minuten. In acht Wellen flogen mehr als 54 Bomber über Aussig und nahmen Menschen und Infrastruktur unter Beschuss. Hierbei wurden rund 572 Häuser zerstört. Mehr als 900 Menschen verloren dabei ihr Leben. Das Rathaus, die Post, der Bahnhof, drei Schulen, mehrere Fabriken und Büros sowie Brücken wurden bei diesem Angriff zerstört. Ein Vorort von Aussig wurde komplett von der Landkarte getilgt. Nicht einmal vor den drei historischen Kirchen St. Vojtech, Maria Himmelfahrt und evangelischen Kirche zu Strekov machten die Alliierten Halt. Unter den Opfern der Bombenangriffe waren nicht nur Bewohner von Aussig. Es traf auch viele Flüchtlinge aus den Bereichen Breslau und Ostpreußen. Aber auch sowjetische Kriegsgefangene, Franzosen, Italiener, Litauer, Letten und Slowaken waren unter den Opfern. Das jüngste Opfer, ein Säugling, war gerade einmal einen Monat alt. Die ältesten Opfer waren zwei 87jährige. Nach den Angriffen wurden die Opfer in Massengräbern bestattet. Später wurden Sie dann noch einmal exhumiert und verbrannt.

Ein weiteres Referat widmete sich dem Massaker an der deutschen Bevölkerung Aussigs am 31. Juli 1945 auf der Eduard Benes Brücke. In den frühen Nachmittagsstunden explodierte ein Munitionsdepot im Stadtteil Krasne Brezno. Für diese Explosion wurden sofort die so genannten Wehrwölfe verantwortlich gemacht. Die Explosion war das Zeichen für die Roten revolutionären Garden, die Vorhut der späteren tschechoslowakischen Armee und der sowjetischen Truppen. Gemeinsam mit der Geheimpolizei StB begannen sie die deutsche Bevölkerung zu terrorisieren, welche sich zu diesem Zeitpunkt auf den Straßen befand. Sie wurden mit Schaufelstielen geschlagen, sie wurden in den Brunnen und Feuerlöschtanks auf dem Marktplatz ertränkt, sie wurden aufgehangen und erschossen. Deutsche Arbeiter, die die Tore ihrer Fabriken verließen, kamen nach ihrer Arbeit über diese Brücke zurück. Sie wurden in die Elbe geworfen und Angehörige der Armee schossen auf sie. Zur Identifikation mussten alle deutschen Einwohner eine weiße Armbinde tragen. Die Wahrheit über das Massaker auf dieser Brücke wurde von den Medien vertuscht und niemand wurde schuldig gesprochen, niemand wurde bestraft.

Nach diesem interessanten Beiträgen und einer kleinen Stärkung begaben wir uns abermals ins Stadtzentrum, wo uns verschiedene historische Gebäude näher erklärt wurden. So zum Beispiel das Nordböhmische Opern- und Balletttheater, welches in den Jahren 1908 bis 1909 nach den Plänen des Wiener Architekten Alexander Graf erbaut wurde. Im Mai 1945 in „slawisches Benes- und Stalintheater“ umbenannt, folgte nur einen Monat später eine weitere Namensänderung in „Städtisches Theater Usti nad Labem“. Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die barocke Adalbertkirche aus dem 18. Jahrhundert, in welcher 1972 die zweitgrößte Orgel der tschechischen Republik installiert wurde und die Maria Himmelfahrtskirche aus dem Jahr 1318. In der Zeit der Hussitenkriege wurden der Turm und das Dreierschiff vernichtet. Der Neubau begann erst nach 1452. Bei der Bombardierung der Stadt im April 1945 wurden die Fundamente des Turmes schwer beschädigt. Seither weicht der Turm von der vertikalen Achse um fast 2 Meter ab. Ein weiteres interessantes Gebäude ist Wittrusch. Das unübersehbare gelbe Gebäude welches über der Stadt thront und dessen Bau im Jahre 1847 beendet wurde, wurde auf Begehren der Bevölkerung errichtet deren größter Wunsch der Bau eines neuen Restaurantgebäudes war, welches Zierde der ganzen Stadt sein würde. Auch von hier aus bietet sich ein Blick auf die Stadt und auf die im Süden der Stadt liegende Burg Schreckenstein.

Mit einem kleinen Gedenken an die Opfer des Aussiger Massakers auf der Eduard Benes Brücke ging der 2. Sächsisch-Böhmische Kulturtag seinem Ende entgegen. Seinen Abschluss fand dieser erste Gegenbesuch mit einem Abstecher in die nur wenige Kilometer von Aussig entfernte Ortschaft Kulm. Hier befindet sich eine Gedächtnisstätte an die zweitgrößte Schlacht der Napoleonischen Kriege im Jahr 1813. Von dem Künstler welcher den auf dem Turm wachenden Löwen schuf weiß der Volksmund zu berichten, dieser habe sich auf den Stufen vor dem Turm in den Freitod gestürzt, nachdem die Bevölkerung sein Kunstwerk als Pferd missdeutete.

Ein Bericht zum 1. Sächsisch-Böhmischen Kulturtag befindet sich hier.